Bahn-Mitarbeiter lassen intern Frust raus

8. Dezember 2025
1 min Lesezeit

Bahn-Mitarbeiter lassen intern Frust raus

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Eskalation bei DB Fernverkehr in Berlin

() – Kurz vor der Präsentation der großen Konzernstrategie der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla am Mittwoch droht die Situation bei der Bahn-Tochter DB Fernverkehr zu eskalieren. Zahlreiche Lokführer, Zugbeleiter und Disponenten sind seit Monaten überlastet und wegen überlanger Schichten am Limit.

Nach einem von Fernverkehrs-Vorstand Michael Peterson für die Belegschafts-App „Echt Klar“ machen sie nun ihrem Frust in internen Chats Luft – häufig mit Foto und Klarnamen. Die „Süddeutsche Zeitung“ konnte nach eigenen Angaben etliche Beiträge einsehen und zitiert daraus in ihrer Dienstagausgabe.

„Keine Weihnachtsfeier mehr. Die Motivation ist bei den meisten Mitarbeitern eher schlecht. Wertschätzung gleich null“, schreibt etwa Jochen D. „Wir müssen endlich aufhören, uns in die eigenen Taschen zu lügen“, schreibt sein Kollege Marcel D.

Deutlich wird auch, wie sehr viele Mitarbeiter mittlerweile an Peterson und seinem Vorstandsteam zweifeln. „Es muss alles im Konzern hinterfragt werden, auch wie es zusammenpasst, wenn Führungskräfte, die schon lange im Konzern sind, nun plötzlich den `Neustart` für richtig halten“, schreibt etwa Sascha K. „Das ganze System ist so krank“, schreibt Thomas J. „Ich habe immer noch den Eindruck, dass sich unsere Führungskräfte zu sehr über die Anzahl der angestoßenen Projekte, Powerpoint-Präsentationen und Excel-Tabellen definieren.“

In seinem „Echt Klar“-Interview hatte Peterson unter anderem einen Abbau von „rund 500 Stellen“ im Jahr 2026 verkündet, keine Besserung bei den chaotischen Schichtplänen und ein Ende des Programms „Volles Funktionieren“, mit dem er den Fernverkehr wieder in die Spur bringen wollte.

Aus DB-Führungskreisen heißt es zudem, die bisherige Konzernstrategie „S3“ von Ex-Bahn-Chef Richard Lutz sei ohnehin bereits „mit sofortiger Wirkung eingestellt“ worden. Dass es nun ein neues Sanierungsprogramm richten soll, kommentieren viele Mitarbeiter mit einem sarkastischen Unterton. „Zukunft Bahn – abgeschafft. Starke Schiene – abgeschafft. Volles Funktionieren – abgeschafft. S3 – abgeschafft“, schreibt Morris K. Er sei erst seit 2017 im Konzern, kenne in seinem Umfeld aber wenige, die derart viele Sanierungs- und Effizienzprogramme in so kurzer Zeit mitgemacht hätten. Und er fragt: „Sind genau solche Dinge nicht auch maßgeblich daran beteiligt, warum das Vertrauen der operativen Personale in die Führungsebenen gegen null geht?“ Er jedenfalls habe das Vertrauen „in die entscheidungsrelevanten Stellen massiv verloren“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Gleisanlage in Halle (Saale) (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Lokführer und Disponenten bei DB Fernverkehr überlastet und unzufrieden.
  • Frust äußert sich in internen Chats; Zweifel an Führung und Strategien.
  • Frühere Konzernstrategien wurden eingestellt, neue Sanierungsprogramme angekündigt.

Warum ist das wichtig?

  • Überlastung und Frustration der Mitarbeiter gefährden die Betriebsabläufe.
  • Misstrauen gegenüber der Führung und ständige Strategieänderungen beeinträchtigen die Mitarbeiterzufriedenheit.
  • Mangelnde Wertschätzung führt zu Motivationseinbußen und höherer Fluktuation.

Wer ist betroffen?

  • Lokführer
  • Zugbeleiter
  • Disponenten

Zahlen/Fakten?

  • Abbau von rund 500 Stellen im Jahr 2026
  • Chaos bei Schichtplänen weiterhin vorhanden
  • Bisherige Konzernstrategie "S3" sofort eingestellt

Wie geht’s weiter?

  • Eskalation der Situation bei DB Fernverkehr
  • Interne Unzufriedenheit und Frustration der Mitarbeiter
  • Abbau von 500 Stellen und weitere Einstellung alter Programme angekündigt
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