Gesellschaft: Waffenrecht in Deutschland
Berlin () – Angesichts der laufenden Überprüfung und Neubewertung des Waffenrechts durch die Bundesregierung fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) eine Differenzierung in der Kriminalstatistik zwischen legalen und illegalen Schusswaffen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“.
„Wir brauchen endlich eine bundesweite Statistik, die unterscheidet, ob eine Straftat mit einer legalen oder einer illegalen Waffe begangen wurde“, sagte Jagdverbandspräsident Helmut Dammann-Tamke der Zeitung. Eine Auswertung aus Nordrhein-Westfalen habe gezeigt, dass Jäger nur an 0,01 Prozent der Delikte mit Waffen beteiligt seien.
Die nach schweren Straftaten von der Politik in den vergangenen Jahren reflexartig beschlossenen Verschärfungen des Waffenrechts seien eine „völlig falsche Fokussierung“, sagte Dammann-Tamke weiter. Maßnahmen wie die angedachte Begrenzung der Anzahl von Langwaffen für Jäger bezeichnete er als „reines Placebo“. Der Gesetzgeber müsse seinen Fokus stattdessen endlich auf die geschätzten 20 Millionen illegalen Waffen in Deutschland legen: „Wir brauchen mehr verdeckte Ermittler und spezielle Einsatzgruppen, die den illegalen Schwarzmarkt austrocknen, anstatt dass man gesetzestreue Bürger mit bürokratischen Schikanen überzieht.“
Der Sechsfachmörder von Stade beispielsweise hatte seine halbautomatische Waffe samt Munition für 4.000 Euro auf dem Schwarzmarkt in Berlin gekauft. Offenbar sei es in Deutschland immer noch zu einfach, an solche Waffen zu kommen, sagte der Jagdverbandspräsident.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Jägersitz (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Bundesregierung überprüft und bewertet das Waffenrecht neu, während der Deutsche Jagdverband eine Unterscheidung in der Kriminalstatistik zwischen legalen und illegalen Schusswaffen fordert
- Eine Auswertung aus Nordrhein-Westfalen habe gezeigt, dass Jäger nur an 0,01 Prozent der bewaffneten Delikte beteiligt seien
- Der DJV kritisiert geplante Verschärfungen als unwirksam und fordert stattdessen Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt, da der Sechsfachmörder von Stade seine Waffe dort gekauft haben soll
Warum ist das wichtig?
- Klarere Kriminalstatistik soll unterscheiden, ob Taten mit legalen oder illegalen Schusswaffen begangen wurden
- Fokus und Maßnahmen sollen gezielt den illegalen Schwarzmarkt bekämpfen statt gesetzestreue Jäger durch Bürokratie zu belasten
- Ermittlungen und Einsatzgruppen gegen illegale Waffen sollen die Verfügbarkeit von Waffen aus dem Schwarzmarkt erschweren
Wer ist betroffen?
- Jägerinnen und Jäger in Deutschland
- Personen, die schwere Straftaten mit illegalen Schusswaffen begehen
- Gesetzestreue Bürger, die von bürokratischen Verschärfungen betroffen sind
Zahlen/Fakten?
- 0,01 Prozent der Delikte mit Waffen waren laut Auswertung aus Nordrhein-Westfalen durch Jäger beteiligt
- 20 Millionen illegalen Waffen werden in Deutschland geschätzt
- 4.000 Euro kostete die halbautomatische Waffe samt Munition des Sechsfachmörders von Stade (Schwarzmarkt in Berlin)
Wie geht’s weiter?
- Bundesweite Statistik fordern, die unterscheidet, ob Straftaten mit legalen oder illegalen Schusswaffen begangen wurden
- Fokus auf die Bekämpfung des illegalen Waffen-Schwarzmarkts (mehr verdeckte Ermittler und spezielle Einsatzgruppen) statt auf weitere Verschärfungen für gesetzestreue Jäger
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