Wirtschaftsweise Grimm rät zum Verzicht auf Schuldenbremsen-Reform

18. Juli 2026
1 min Lesezeit

Wirtschaftspolitik in

Berlin () – Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Bundesregierung aufgefordert, auf eine Reform der Schuldenbremse notfalls zu verzichten.

„Es ist nicht absehbar, dass man sich auf eine Verschärfung der Regeln einigen kann. In dem Fall sollte man lieber nichts ändern, anstatt die Regeln noch weiter aufzuweichen“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Samstag). Die Schuldenbremse sei durch die Grundgesetzänderungen zu Beginn der Legislaturperiode schon weitgehend ausgehebelt worden.

„Die Rechnung bekommen wir: Die Verschuldung steigt in atemberaubendem Tempo“, kritisierte das Mitglied des Wirtschafts-Sachverständigenrats der Bundesregierung. Es sei vollständig unklar, wie es unter den aktuellen Rahmenbedingungen gelingen solle, den Anstieg der Verschuldung wieder einzufangen. Deshalb sei eine Verschärfung der Schuldenregeln eigentlich dringend notwendig.

„Insbesondere die nach oben offene Bereichsausnahme sollte über die Zeit abgeschmolzen werden. Entweder durch einen Deckel oder indem Jahr für Jahr ein größerer Anteil der Verteidigungsausgaben aus dem Kernhaushalt finanziert werden muss, bis man letztendlich das Verteidigungsbudget wieder über die Einnahmen finanziert“, sagte Grimm. Die Schuldenbremse dürfe im Gegenzug aber an anderer Stelle nicht gelockert werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Veronika Grimm (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wirtschaftsweise Grimm rät zum Verzicht auf Schuldenbremsen-Reform

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Veronika Grimm fordert die Bundesregierung auf, notfalls von einer Reform der Schuldenbremse abzusehen
  • Sie kritisiert, dass die Schuldenbremse bereits weitgehend durch Grundgesetzänderungen ausgehöhlt sei und die Verschuldung weiter stark steigt
  • Grimm sagt, eine Verschärfung sei nötig und schlägt vor, die Bereichsausnahme für die Verteidigung schrittweise abzubauen, ohne die Schuldenbremse an anderer Stelle zu lockern

Warum ist das wichtig?

  • Eine Verschärfung der Schuldenregeln ist nötig, weil die Verschuldung stark und schnell steigt und unklar ist, wie das unter den aktuellen Bedingungen gestoppt werden kann
  • Die nach oben offene Bereichsausnahme sollte schrittweise abgebaut werden, etwa durch einen Deckel oder längere Finanzierung von Verteidigungsausgaben aus dem Kernhaushalt
  • Eine Lockerung der Schuldenbremse an anderer Stelle darf nicht erfolgen, da die Regel bereits weitgehend ausgehöhlt ist

Wer ist betroffen?

  • Veronika Grimm (Wirtschaftsweise)
  • Mitglieder des Wirtschafts-Sachverständigenrats der Bundesregierung

Zahlen/Fakten?

  • „Atemberaubendes Tempo“ steigende Verschuldung
  • Schuldenbremse durch Grundgesetzänderungen zu Beginn der Legislaturperiode weitgehend ausgehebelt
  • Bereichsausnahme nach oben nicht begrenzt; Abschmelzen durch Deckel oder jährliche Erhöhung des Anteils der Verteidigungsausgaben aus dem Kernhaushalt

Wie geht’s weiter?

  • Die Bundesregierung soll bei einer Reform der Schuldenbremse notfalls von Änderungen absehen, falls keine Einigung über strengere Regeln absehbar ist
  • Stattdessen sollte die nach oben offene Bereichsausnahme abgeschmolzen werden, etwa durch einen Deckel oder schrittweise Finanzierung größerer Teile der Verteidigungsausgaben aus dem Kernhaushalt
  • Die Schuldenbremse soll an anderer Stelle nicht gelockert werden, sondern unverändert bleiben
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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