Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Bundesbank öffnet sich für Kapitalrente
Berlin () – Die Deutsche Bundesbank zeigt sich offen dafür, die Verwaltung der neuen Kapitalrente zu übernehmen. Das berichtet der „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Mauderer.
„Seit 30 Jahren legen wir für den Bund und die Bundesländer Geld an“, sagte Mauderer dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). Aktuell habe man am Kapitalmarkt rund 140 Milliarden Euro für die öffentlichen Kunden angelegt. Dabei müsse es aus ihrer Sicht nicht bleiben. „Wir sind so aufgestellt, dass wir aus dem Stand weitere Gelder für den Staat investieren können.“
Anlass für den Vorstoß ist die von der Bundesregierung angekündigte Umsetzung eines staatlichen Rentenfonds nach schwedischem Vorbild. Mauderer hält die Orientierung daran für einen Meilenstein. „So wird die Rente auf breitere Füße gestellt“, sagte sie.
Die Bundesbank-Vizepräsidentin erwartet, dass Rentnern mehr von der Rente bleibt, wenn Aktien sowohl Teil der gesetzlichen Rente als auch der privaten Altersvorsorge werden. „Viele Menschen erhalten so eine echte Chance, im Alter ein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen“, sagte Maurer.
Die Bundesbank hielt sich in der Debatte bislang zurück. Doch auch die in Frankfurt ansässige Behörde verfügt über Erfahrungen in der Vermögensverwaltung. So verwaltet die Bundesbank Pensionsvermögen mehrerer Bundesländer sowie der Bundesagentur für Arbeit und der Sozialversicherungsträger. Ebenfalls verwaltet sie die Pensionsrücklagen für Beamte. Das Vermögen liegt auf eigenen Depots und wird von Bundesbank-Portfoliomanagern verwaltet. Mauderer beziffert das angelegte Volumen auf 140 Milliarden Euro – ein Vielfaches der aktuell vom Kenfo verwalteten rund 26,5 Milliarden Euro.
Das Risikoprofil und damit die Rendite richten sich dabei nach den Vorstellungen des Auftraggebers. Anders als der Kenfo investiert die Bundesbank aber nicht in Immobilien, Infrastruktur oder Private Equity, sondern ausschließlich im liquiden Bereich, also in Anlagen, die jederzeit schnell verkauft werden können. „Ob Aktien, Staats- oder Unternehmensanleihen, wir legen nach den jeweiligen Bedürfnissen unserer Kunden an“, sagte Mauderer. Bei der Rente müsse es darum gehen, eine solide Rendite mit angemessenem Risiko zu erzielen. Eine Größenordnung nannte sie nicht.
Die Entscheidung für die Kapitalrente hält man unabhängig davon, wer das Rennen am Ende macht, für richtig. „Mit der Einführung einer kapitalgedeckten Altersvorsorge werden die Deutschen ein größeres Interesse an der Börse entwickeln“, sagte Mauderer: „Diese Chance sollte Deutschland nutzen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsche Bundesbank (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Deutsche Bundesbank zeigt Interesse an Verwaltung der neuen Kapitalrente.
- Umsetzung eines staatlichen Rentenfonds nach schwedischem Vorbild angekündigt.
- Bundesbank-Vizepräsidentin sieht Mehrwert für Rentner durch Aktienbeteiligung.
Warum ist das wichtig?
- Öffnung der Bundesbank für die Verwaltung der Kapitalrente kann staatliche Effizienz steigern
- Potenzial für bessere Rentenversorgung durch Aktieninvestitionen
- Stärkung des Interesses an der Börse und kapitalgedeckter Altersvorsorge in Deutschland
Wer ist betroffen?
- Rentner
- Bundesländer
- Bundesregierung
Zahlen/Fakten?
- 140 Milliarden Euro sind am Kapitalmarkt für öffentliche Kunden angelegt
- 26,5 Milliarden Euro werden aktuell vom Kenfo verwaltet
- Die Deutsche Bundesbank verwaltet Pensionsvermögen mehrerer Bundesländer und der Bundesagentur für Arbeit
Wie geht’s weiter?
- Verwaltung der neuen Kapitalrente durch die Deutsche Bundesbank möglich
- Umsetzung eines staatlichen Rentenfonds nach schwedischem Vorbild
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