Grimm spricht sich für weniger Kündigungsschutz aus

21. Februar 2026
1 min Lesezeit

Grimm spricht sich für weniger Kündigungsschutz aus

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Reformen in Deutschland: Kündigungsschutz-Debatte

() – Veronika Grimm, Wirtschaftsweise und Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens Energy, hat sich für eine Lockerung des Kündigungsschutzes nach dem dänischen Modell ausgesprochen. „Ein generelles Lockern des Kündigungsschutzes, etwa nach dem Vorbild des dänischen Flexicurity-Modells, dürfte sehr sinnvoll sein“, sagte Grimm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Allerdings gelte dies nur, wenn es als Gesamtpaket umgesetzt werde.

Grimm nennt das Nachbarland als Vorbild für ihren Vorstoß. „In Dänemark wird die größere Kündigungsfreiheit für Unternehmen durch eine vergleichsweise starke soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit sowie eine sehr aktive Arbeitsmarktpolitik mit intensiver Vermittlung und Weiterbildung ausgeglichen“, sagte sie.

Übertrage man allein die Lockerung auf , würde das vor allem zu mehr Unsicherheit und Abstiegsängsten führen, während der gewünschte Effekt – etwa mehr Einstellungen und höhere Dynamik am Arbeitsmarkt – ausbleiben könnte. „Deshalb wäre ein solcher Schritt nur dann sozial und ökonomisch vertretbar, wenn gleichzeitig die Absicherung in Übergangsphasen verbessert, Qualifizierung konsequent ausgebaut und Vermittlungsprozesse deutlich effizienter gestaltet werden.“ Das wäre nach Meinung der Wirtschaftswissenschaftlerin eine sehr positive Entwicklung, die die Innovationsdynamik deutlich ankurbeln dürfte.

Eine Lockerung des Kündigungsschutzes nur für Top-Verdiener, wie sie Ökonom Moritz Schularick vorgeschlagen hatte, hält Grimm dagegen nicht für zielführend. Eine solche Differenzierung „wirkt auf den ersten Blick sozial ausgewogen, ist bei näherer Betrachtung jedoch systematisch fragwürdig“, sagte sie. „Kündigungsschutz ist arbeitsrechtlicher Bestandsschutz und kein Umverteilungsinstrument; er sollte an der Struktur des Arbeitsverhältnisses anknüpfen, nicht an der Höhe des Gehalts.“

Einkommen sei zudem kein verlässlicher Indikator für tatsächliche Schutzbedürftigkeit, da etwa ältere oder hochspezialisierte Beschäftigte trotz hohen Verdienstes erhebliche Risiken bei Arbeitsplatzverlust tragen könnten. Grimm sieht in dem Vorstoß ein einen politischen Kompromissversuch, um eine Lockerung des Kündigungsschutzes gesellschaftlich besser vermittelbar zu machen.

Auch Grüne und Linke lehnen den Vorschlag des Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft ab. Janine Wissler, Vize-Fraktionschefin der Linksfraktion, sagte den Funke-Zeitungen, „das wäre nichts anderes als der Einstieg in die seit Langem von Arbeitgebern geforderte schleichende Aufweichung zentraler Arbeitnehmerrechte“. Beschäftigte bräuchten Planbarkeit und Sicherheit, das gelte auch für hochqualifizierte Fachkräfte.

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch wies vor allem Schularicks Idee zurück, auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst den Kündigungsschutz zu lockern. „Der Wirtschaftsstandort wird nicht stärker, wenn im öffentlichen Dienst, bei Erziehern, Sozialarbeitern oder Busfahrerinnen, der Kündigungsschutz ausgehöhlt wird“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Viel wichtiger sind echte Reformen, damit die Lohnnebenkosten sinken. Davon würden alle profitieren.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Veronika Grimm (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Veronika Grimm plädiert für eine Lockerung des Kündigungsschutzes nach dänischem Vorbild.
  • Diese Reform solle als Gesamtpaket mit besserer Absicherung und Qualifizierung umgesetzt werden.
  • Vorschläge zur Lockerung nur für Top-Verdiener werden von Grimm abgelehnt als sozial fragwürdig.

Warum ist das wichtig?

  • Lockerung des Kündigungsschutzes könnte wirtschaftliche Dynamik fördern, wenn sie im Gesamtpaket umgesetzt wird.
  • Vorbild Dänemark verbindet Kündigungsfreiheit mit starker sozialer Absicherung und aktiver Arbeitsmarktpolitik.
  • Verbesserte Übergangsabsicherung und Qualifizierung sind notwendig, um Unsicherheit für Beschäftigte zu reduzieren.

Wer ist betroffen?

  • Veronika Grimm, Wirtschaftsweise und Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens Energy
  • Beschäftigte, insbesondere ältere oder hochspezialisierte Mitarbeiter
  • Grüne und Linke, inklusive Janine Wissler und Andreas Audretsch

Zahlen/Fakten?

  • Veronika Grimm schlägt eine Lockerung des Kündigungsschutzes nach dem dänischen Modell vor.
  • Dänemark kombiniert Kündigungsfreiheit mit sozialer Absicherung und aktiver Arbeitsmarktpolitik.
  • Grimm sieht eine Verbesserung der Übergangsabsicherung und Qualifizierung als notwendig an.

Wie geht’s weiter?

  • Umsetzung einer Lockerung des Kündigungsschutzes nach dänischem Vorbild als Gesamtpaket prüfen
  • Verbesserte soziale Absicherung und effiziente Vermittlungsprozesse schaffen
  • Fokus auf Qualifizierung und Übergangsphasen erweitern
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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