SPD und Grüne kritisieren Merz-Aussage zu Unterhaltsvorschuss

16. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: Kritik an Unterhaltsvorschuss-Kürzung in

Berlin () – Eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Verteidigung der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses stößt auf deutliche Kritik bei Betroffenenverbänden, der Opposition und dem eigenen Koalitionspartner. Das berichtet der „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Merz hatte auf der Sommer-Pressekonferenz am Mittwoch gesagt, durch verbesserte Betreuungsangebote könnten Alleinerziehende mehr arbeiten.

„Es ist ein Schlag ins Gesicht für Alleinerziehende, wenn der Bundeskanzler den Eindruck erweckt, sie würden nicht genug arbeiten“, sagte Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, der Zeitung.

Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der Zeitung, Merz solle den Unterhaltsvorschuss nicht als Ersatz für fehlende Erwerbsarbeit darstellen, sondern als das, was er wirklich sei: ein Baustein für die Kompensation des Unterhalts, der ausfalle, weil sich ein Elternteil seiner Verantwortung entziehe. Die Kinder von Alleinerziehenden dürften nicht für die Konsolidierung der Staatshaushalte in Anspruch genommen werden.

Die Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne), die selbst bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist, sagte dem „Tagesspiegel“, dem Kanzler falle – wie sonst auch – „nichts anderes ein als: Sollen sie halt mehr arbeiten. Angela Merkel hatte die Raute, Olaf Scholz seinen Respekt“, so Lang. „Bei Friedrich Merz ist es diese einzigartige Mischung aus Empathie- und Ideenlosigkeit.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jasmina Hostert (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

SPD und Grüne kritisieren Merz-Aussage zu Unterhaltsvorschuss

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, durch verbesserte Betreuungsangebote könnten Alleinerziehende mehr arbeiten, um die geplante Kürzung des Unterhaltsvorschusses zu begründen
  • Die Aussage wird von Betroffenenverbänden, der Opposition und dem eigenen Koalitionspartner als Schlag gegen Alleinerziehende kritisiert, insbesondere weil Unterhaltsvorschuss nicht als Ersatz für Erwerbsarbeit dargestellt werden solle

Warum ist das wichtig?

  • Die geplante Kürzung des Unterhaltsvorschusses trifft Alleinerziehende besonders stark und erhöht den Druck, mehr zu arbeiten, obwohl Kinder nicht für Sparmaßnahmen im Staatshaushalt herangezogen werden sollen
  • Kritik aus Opposition und Koalition macht deutlich, dass der Unterhaltsvorschuss als notwendige Kompensation für ausfallenden Unterhalt gilt und nicht als Ersatz für fehlende Erwerbsmöglichkeiten, daher sind negative Folgen für die betroffenen Familien zu erwarten

Wer ist betroffen?

  • Alleinerziehende Mütter und Väter
  • Familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Jasmina Hostert
  • Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne)

Zahlen/Fakten?

  • 2-3 Punkte: Friedrich Merz kritisiert Unterhaltsvorschuss-Kürzung; er sagte, dass Alleinerziehende durch verbesserte Betreuungsangebote mehr arbeiten könnten
  • Kritik von Daniela Jaspers: Unterhaltsvorschuss-Kürzung sei ein „Schlag ins Gesicht“ für Alleinerziehende
  • Aussage von Ricarda Lang: Merz liefere als Antwort nur „Sollen sie halt mehr arbeiten“ und sei „Empathie- und Ideenlos“

Wie geht’s weiter?

  • Der Unterhaltsvorschuss soll trotz Kritik an der geplanten Kürzung weiter umgesetzt werden
  • Alleinerziehende sollen laut Kritik künftig stärker zur Erwerbsarbeit gedrängt werden, etwa durch bessere Betreuungsangebote
  • SPD und Grüne fordern stattdessen, den Unterhaltsvorschuss nicht als Ersatz für fehlende Erwerbsarbeit darzustellen und lehnen die Haushalts-Konsolidierung über Kinder ab
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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