SPD in Sachsen-Anhalt kritisiert Fehler bei Energiewende

17. Juli 2026
1 min Lesezeit

Energiewende in -Anhalt unter Druck
() – Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, kritisiert frühere Fehler bei der Umsetzung der Energiewende und beklagt eine massive Benachteiligung Ostdeutschlands.

„Die Energiewende ist richtig, aber es wurden gravierende Fehler gemacht“, sagte der Wirtschafts- und Energieminister von Sachsen-Anhalt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Einer der größten Fehler sei gewesen, die Kosten für den Netzausbau über die Stromrechnung auf die Menschen in den Ausbauregionen umzulegen.

„Gerade in Ostdeutschland entstand der Eindruck: Hier werden Windparks gebaut, deren Erträge westdeutsche Investoren einstreichen, deren Strom woanders gebraucht wird – und am Ende zahlen wir auch noch mit den Netzentgelten die Zeche, insbesondere für die Bundesländer des Südens, die die Energiewende verbummeln. Das hat der Akzeptanz massiv geschadet“, sagte Willingmann weiter. Rückblickend wäre es besser gewesen, den Netzausbau von Anfang an als staatliche Infrastruktur zu finanzieren.

Tatsächlich wurden die Kosten für Betrieb und Ausbau der Stromnetze lange Zeit überwiegend über regionale Netzentgelte auf die Stromverbraucher umgelegt. Besonders betroffen waren Bundesländer mit einem starken Ausbau der Wind- und Solarenergie wie Sachsen-Anhalt, oder . Seit Anfang 2025 werden diese Regionen durch einen bundesweiten Ausgleichsmechanismus teilweise entlastet. Ein Teil der besonders hohen Netzkosten wird seitdem auf alle Stromverbraucher in verteilt.

Zugleich verteidigte Willingmann den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit dem in Sachsen-Anhalt eingeführten Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitierten Kommunen inzwischen unmittelbar von Windkraftanlagen. „Ein Windrad bringt einer Gemeinde rund 27.000 Euro im Jahr. Für viele klamme Kommunen macht das einen echten Unterschied“, sagte der Minister.

Die Anti-Windkraft-Politik der AfD kritisierte er scharf. Sie beraube die Kommunen einer sicheren und nachhaltigen Einnahmequelle und negiere, dass es sich um Heimatenergien handele, die der Versorgungssicherheit, vernünftigen Preisen und dem Klimaschutz dienten, so Willingmann, der in Sachsen-Anhalt auch stellvertretender Ministerpräsident ist.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Windräder (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

SPD in Sachsen-Anhalt kritisiert Fehler bei Energiewende

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Armin Willingmann kritisiert frühere Fehler bei der Umsetzung der Energiewende, insbesondere dass Netzausbaukosten über die Stromrechnung auf Menschen in Ausbauregionen umgelegt wurden
  • Er sagt, dadurch sei Ostdeutschland massiv benachteiligt worden und die Akzeptanz der Energiewende stark geschadet worden
  • Er verteidigt den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und verweist darauf, dass Kommunen durch das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz inzwischen direkt von Windkraftanlagen profitieren

Warum ist das wichtig?

  • Umverteilung der Kosten für den Netzausbau über die Stromrechnung hat Menschen in den Ausbauregionen belastet und die Akzeptanz der Energiewende stark geschadet
  • Bundesweiter Ausgleichsmechanismus seit Anfang 2025 entlastet besonders betroffene Regionen teilweise, indem hohe Netzkosten auf alle Stromverbraucher verteilt werden
  • Kommunales Beteiligungsgesetz sorgt dafür, dass Gemeinden direkt von Windkraft profitieren, was Klimaschutz und Akzeptanz der Energiewende zusätzlich stärkt

Wer ist betroffen?

  • Ostdeutschland, insbesondere Bundesländer mit starkem Ausbau von Wind- und Solarenergie wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
  • Kommunen in Sachsen-Anhalt, die durch das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz direkt von Windkraftanlagen profitieren

Zahlen/Fakten?

  • 27.000 Euro im Jahr erhält eine Gemeinde pro Windrad
  • Seit Anfang 2025 werden besonders hohe Netzkosten teilweise über einen bundesweiten Ausgleichsmechanismus auf alle Stromverbraucher verteilt
  • Rückblickend sollen die Kosten für den Netzausbau von Anfang an als staatliche Infrastruktur finanziert worden sein

Wie geht’s weiter?

  • Aus Sicht von Armin Willingmann soll der Netzausbau künftig von Anfang an als staatliche Infrastruktur finanziert werden, statt über Stromrechnungen in Ausbauregionen
  • Seit Anfang 2025 sollen bundesweite Ausgleichsmechanismen Teile der hohen Netzkosten auf alle Stromverbraucher verteilen, wodurch betroffene Regionen teilweise entlastet werden
  • Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien soll vorangetrieben werden, unter anderem durch das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz, von dem Kommunen direkt profitieren sollen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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