Politik in Magdeburg: EU-Kritik an Wasserstoff
Magdeburg () – Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) hat bürokratische Vorgaben der EU beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft kritisiert. Beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft komme Deutschland nur schleppend voran, sagte Willingmann am Dienstag nach Vorlage der fortgeschriebenen Landeswasserstoffstrategie im Kabinett.
Als Grund nannte der Minister neben hohen Preisen für grünen Wasserstoff vor allem unsichere Rahmenbedingungen und europäische Vorgaben.
Unternehmen dürften Wasserstoff derzeit nur dann als grün verkaufen, wenn sie unter anderem nachweisen könnten, dass die Anlage genau in der Stunde Ökostrom verbraucht habe, in der auch der Wasserstoff erzeugt worden sei. Willingmann sprach von einem „Bürokratie-Monster“.
Trotz der Kritik hält Sachsen-Anhalt an seinen Ausbauzielen fest.
Bis 2030 soll die Erzeugungsleistung von Wasserstoff von derzeit 60 Megawatt auf bis zu 600 Megawatt steigen. Bis 2035 ist eine Ausweitung auf ein Gigawatt vorgesehen.
Dadurch soll der Preis für grünen Wasserstoff langfristig auf drei bis fünf Euro pro Kilogramm sinken.
Zudem soll gemeinsam mit privaten Netzbetreibern ein Verteilnetz vorbereitet werden, das industrielle Verbrauchszentren wie Chemieparks mit dem überregionalen Wasserstoffkernnetz verbindet. Willingmann schlug außerdem ein Quotenmodell vor, um die Nachfrage in energieintensiven Branchen wie Chemie-, Düngemittel-, Stahl- und Metallindustrie anzureizen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Armin Willingmann (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sachsen-Anhalt - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Armin Willingmann kritisiert bürokratische EU-Vorgaben beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Sachsen-Anhalt, da Deutschland nur langsam vorankomme
- Die EU erlaube Unternehmen, Wasserstoff nur dann als grün zu verkaufen, wenn sie nachweisen können, dass die Anlage exakt in der Erzeugungsstunde Ökostrom verbraucht hat
- Sachsen-Anhalt hält trotz Kritik an Ausbauzielen fest, darunter Erhöhung der Wasserstoff-Erzeugungsleistung bis 2030 und Vorbereitung eines Verteilnetzes sowie ein Quotenmodell für energieintensive Branchen
Warum ist das wichtig?
- Bürokratische EU-Vorgaben erschweren den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft und bremsen so das Tempo in Deutschland
- Hohe Preise für grünen Wasserstoff sowie unsichere Rahmenbedingungen reduzieren Investitionsbereitschaft von Unternehmen
- Trotz Verzögerungen sollen Ausbauziele und Fördermodelle helfen, den Preis langfristig zu senken und die Nachfrage in Industriebranchen anzukurbeln
Wer ist betroffen?
- Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann
- Unternehmen beim Verkauf von Wasserstoff als „grün“ aufgrund der EU-Vorgaben
- Industriebranchen wie Chemie-, Düngemittel-, Stahl- und Metallindustrie
Zahlen/Fakten?
- 2030 Ausbau von 60 Megawatt auf bis zu 600 Megawatt Erzeugungsleistung
- 2035 Ausweitung auf ein Gigawatt vorgesehen
- Preisziel für grünen Wasserstoff langfristig 3 bis 5 Euro pro Kilogramm
Wie geht’s weiter?
- Sachsen-Anhalt setzt den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft fort, mit Zielen bis 2030 (bis zu 600 Megawatt) und bis 2035 (ein Gigawatt)
- Vorbereitung eines Verteilnetzes zur Anbindung industrieller Verbrauchszentren an das Wasserstoffkernnetz
- Vorschlag eines Quotenmodells zur Anreizung der Nachfrage in energieintensiven Branchen
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