BKA warnt vor "Generation-Z-Mafia"

14. Juli 2026
1 min Lesezeit

Panorama: BKA warnt vor neuer OK

() – BKA-Präsident Holger Münch warnt vor einem grundlegenden Wandel der organisierten Kriminalität in . Vor allem in Berlin seien die Täter jünger, aggressiver und träten offensiver auf als frühere Generationen, sagte Münch der „Welt am Sonntag“.

„Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer `Generation-Z-Mafia`“, sagte Münch mit Blick auf türkisch dominierte Gruppierungen der organisierten Kriminalität in Berlin. Die Täter seien jünger, aggressiver und träten offensiver auf als frühere Generationen. Hinzu komme, dass sie sich zunehmend über soziale Medien inszenierten. Das diene dazu, Rivalen einzuschüchtern und den eigenen Ruf innerhalb der Szene zu stärken. Während für die organisierte Kriminalität früher Diskretion prägend gewesen sei, erlebe man bei jüngeren Tätern teilweise das Gegenteil.

Münch sieht darin einen Teil eines grundlegenden Wandels der organisierten Kriminalität. „Wir sprechen von `Crime as a Service`: Straftaten werden ausgelagert“, sagte er. Kriminelle spezialisierten sich auf einzelne Aufgaben und agierten arbeitsteilig. Einzelne kümmerten sich um Logistik, andere um Geldwäsche, wieder andere um Gewalt. Digitale Kommunikation mache das „heute sehr einfach“.

Besonders besorgniserregend sei, dass junge Menschen für schwere Straftaten angeworben würden. Die Täter seien oft junge Menschen, die häufig gar nicht überblickten, welche Folgen ihr Handeln habe. Sie ließen sich für vergleichsweise wenig Geld für schwerste Straftaten instrumentalisieren. Das Phänomen sei inzwischen auch in Deutschland angekommen. „Wir hatten bereits Fälle in Deutschland, in denen dieses Phänomen eine Rolle spielte“, sagte der BKA-Präsident. Die Täter seien aus den Niederlanden gekommen und angeworben worden, um in Deutschland schwere Straftaten zu begehen. Deshalb nehme man diese Entwicklung „sehr ernst“.

Zur wachsenden Zahl von Schusswaffen erklärte Münch: „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass scharfe Schusswaffen vor allem als umgebaute ehemalige Schreckschusswaffen sowie täuschend echt nachgebaute Waffen aus der nach Europa gelangen. Dieses Phänomen beschäftigt uns derzeit sehr intensiv.“ Nach den Erkenntnissen des BKA würden sie überwiegend auf dem Landweg nach Deutschland geschmuggelt.

Sorgen macht dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes auch das Agieren ausländischer Akteure. Die Bedrohungslage habe sich „sehr deutlich“ verändert. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges beobachte man einen erheblichen Anstieg von Spionageverdachtsfällen. 2022 registrierte das BKA 20 Spionageverdachtsfälle, 2025 waren es bereits 474. Daran lasse sich erkennen, wie stark sich das Lagebild seit Beginn des -Krieges verändert habe. Dies liege auch daran, dass man genauer hinschaue und Anhaltspunkte für eine fremdstaatliche Steuerung prüfe.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Holger Münch (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

BKA warnt vor "Generation-Z-Mafia"

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • BKA-Präsident Holger Münch warnt vor einem grundlegenden Wandel der organisierten Kriminalität in Deutschland, insbesondere in Berlin, wo Täter jünger und aggressiver auftreten und sich offensiver über soziale Medien inszenieren
  • Münch beschreibt die Entwicklung hin zu „Crime as a Service“ mit arbeitsteiligen, ausgelagerten Straftaten und warnt davor, dass junge Menschen für schwere Straftaten angeworben und für wenig Geld instrumentalisert werden
  • Das BKA beobachtet zudem einen starken Anstieg von Spionageverdachtsfällen seit Beginn des russischen Angriffskrieges, sowie den Import von scharfen Schusswaffen vor allem aus der Türkei nach Europa über den Landweg

Warum ist das wichtig?

  • Jüngere und aggressivere Täter treten offensiver auf und inszenieren sich zunehmend über soziale Medien, was die Sicherheitslage verschärft
  • „Crime as a Service“ und die Auslagerung von Straftaten erleichtern arbeitsteiliges Vorgehen durch digitale Kommunikation, wodurch Gewalt und Geldwäsche effektiver organisiert werden können
  • Zunehmende Einflüsse durch Schusswaffenschmuggel sowie ein stark gestiegener Spionageverdacht erfordern ernsthafte und schnellere Sicherheits- und Ermittlungsmaßnahmen

Wer ist betroffen?

  • Täter der organisierten Kriminalität in Deutschland, insbesondere in Berlin (jünger, aggressiver, offensiver)
  • Junge Menschen, die für schwere Straftaten angeworben und für vergleichsweise wenig Geld instrumentalisieren werden
  • Ausländische Akteure im Kontext von Spionageverdachtsfällen (u.a. mit fremdstaatlicher Steuerung)

Zahlen/Fakten?

  • Täter in Berlin laut BKA-Präsident Holger Münch zunehmend jünger, aggressiver und treten offensiver auf
  • 2022 registrierte das BKA 20 Spionageverdachtsfälle, 2025 waren es 474
  • BKA beobachtet seit einigen Jahren Anstieg scharfer Schusswaffen, überwiegend als umgebaute ehemalige Schreckschusswaffen und täuschend echt nachgebaute Waffen aus der Türkei nach Europa

Wie geht’s weiter?

  • BKA warnt vor einem Wandel der organisierten Kriminalität: „Generation-Z-Mafia“ mit jüngeren, aggressiveren Tätern und mehr öffentlichem Auftreten über soziale Medien
  • „Crime as a Service“: Straftaten werden arbeitsteilig ausgelagert, damit Kommunikation und Zusammenarbeit digital viel einfacher werden
  • Zunahme schwerer Straftaten durch angeworbene junge Menschen sowie steigender Spionageverdacht nach Beginn des russischen Angriffskriegs
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