Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Zunahme von Bandenkriminalität in Deutschland
Berlin () – Das Bundeskriminalamt (BKA) beobachtet eine Zunahme von Straftaten und Gewaltdelikten junger türkeistämmiger Banden in Deutschland. Das berichtet die Funke-Mediengruppe unter Berufung auf einen BKA-Sprecher.
Seit Mitte des vergangenen Jahres sei in Deutschland verstärkt eine neue Form der Organisierten Kriminalität mit Bezügen zu türkeistämmigen Gruppierungen zu beobachten, teilte der Sprecher mit. Die Kriminalermittler stellen eine bundesweite Zunahme von Gewaltdelikten mittels Verwendung von Schusswaffen fest. Oftmals geht es demnach um Erpressungen oder Bedrohungen von türkischen mittelständischen Unternehmen, insbesondere in Städten mit einem hohen türkischen Bevölkerungsanteil.
Mitglieder dieser neuen kriminellen Gruppierungen stammen laut BKA ursprünglich aus der Türkei und werden aufgrund ihrer Altersstruktur durch türkische Medien auch als die „Mafia der neuen Generation“ und sogenannte „GenZ-Mafia“ bezeichnet. Der Sprecher des Bundeskriminalamts sagte: „Im Vergleich zu klassischen Mafia-Gruppierungen, die oftmals hierarchisch strukturiert sind, vorrangig im Verborgenen agieren und öffentlichkeitswirksame Auftritte eher vermeiden, handelt es sich bei der sogenannten GenZ-Mafia oftmals um eher lose Netzwerke, die unter Nutzung von Social Media in Verbindung bleiben.“
Dabei greifen die organisierten Kriminellen laut BKA auch auf Schusswaffen aus der Türkei zurück. Der illegale Handel, die Verbreitung und letztlich die Verfügbarkeit illegaler Schusswaffen erhöhten in diesem Kontext zusätzlich die Gefahr für die öffentliche Sicherheit, so der Sprecher. Unter anderem würden in der Türkei produzierte Schreckschusswaffen wiederholt als voll-funktionsfähige, letale, illegal umgebaute Schusswaffen in Deutschland sichergestellt. Der BKA-Sprecher hob hervor: „Daneben gewinnt aktuell das Phänomen illegal gefertigter Fälschungen von Schusswaffen an Bedeutung.“ Derartige Fälschungen von Schusswaffen seien bekannten Originalmodellen täuschend echt nachgebaut, jedoch außerhalb legaler Produktions- und Vertriebsstrukturen hergestellt.
Nach einer deutlichen Zunahme von Schusswaffenkriminalität waren Polizei und Justiz vor allem in Berlin zuletzt verstärkt gegen organisierte Kriminalität vorgegangen. Bei der Polizei wurde die Sondereinheit „Ferrum“ gegründet, die Staatsanwaltschaft zog mit der Ermittlungsgruppe „Telum“ nach. Im Fokus von Razzien und Durchsuchungen standen nach Angaben der Ermittler Banden, deren Anführer von der Türkei aus agieren und die in Berlin und anderen Städten türkisch- und kurdischstämmige Ladeninhaber bedrohen, um hohe Geldsummen zu erpressen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Polizei (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Zunahme von Straftaten und Gewaltdelikten durch türkeistämmige Banden in Deutschland festgestellt.
- Neue Form der Organisierten Kriminalität, bezeichnet als "GenZ-Mafia", tritt in Erscheinung.
- Polizei und Justiz gehen verstärkt gegen organisierte Kriminalität vor, insbesondere in Berlin.
Warum ist das wichtig?
- Zunahme von Straftaten und Gewaltdelikten durch türkeistämmige Banden in Deutschland.
- Gefahr durch illegale Schusswaffen und deren Verbreitung für die öffentliche Sicherheit.
- Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen von Polizei und Justiz gegen organisierte Kriminalität.
Wer ist betroffen?
- Junge türkeistämmige Banden in Deutschland
- Türkische mittelständische Unternehmen, insbesondere in Städten mit hohem türkischen Bevölkerungsanteil
- Türkisch- und kurdischstämmige Ladeninhaber
Zahlen/Fakten?
- Zunahme von Straftaten und Gewaltdelikten durch türkischstämmige Banden in Deutschland
- Verwendung von Schusswaffen bei Erpressungen oder Bedrohungen von türkischen Unternehmen
- Gründung der Polizeisondereinheit "Ferrum" und Ermittlungsgruppe "Telum" zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität
Wie geht’s weiter?
- Weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität werden erwartet.
- Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz.
- Fokus auf Razzien gegen Banden und deren Anführer.
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