Evonik fordert Verschiebung des Kohleausstiegs

17. Juli 2026
1 min Lesezeit

Wirtschaft in : Evonik fordert Kohle-Aus-Schub

() – Der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, fordert eine Verschiebung des für 2030 in Nordrhein-Westfalen geplanten Kohleausstiegs.

„Den Kohleausstieg 2030 sehe ich nicht“, sagte Kullmann der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Es gebe nicht genug Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern.

Die Netzinfrastruktur sei wie in , und es gebe weit und breit keinen bezahlbaren Wasserstoff. Eine Verlängerung für die Kohle sei im Interesse der Industrie.

Man werde die Kohle mindestens bis 2033 benötigen, voraussichtlich länger. Das hänge von den Rahmenbedingungen ab.

Die „Greta-Hörigkeit“ der Politik in Berlin und Brüssel sei zu groß gewesen. Nun sei es Zeit, auf Wachstum umzusteuern.

Zugleich forderte der Evonik-Chef, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben.

Das wäre sinnvoll, um die Industrie nicht weiter zu benachteiligen. Deutschlands Anteil an den globalen CO2-Emissionen betrage gerade einmal 1,6 Prozent.

Für das Weltklima sei es unerheblich, wann Deutschland klimaneutral werde, für das Überleben der deutschen Chemie aber nicht. Mit Blick auf die Reform des Emissionshandels bekräftigte Kullmann, eine Verschärfung dürfe es nicht geben.

Europa habe das weltweit schärfste CO2-Gebührenregime, aber das Klima kenne keine Grenzen. Es sei völlig falsch, die europäische Chemie mit zusätzlichen Gebühren im internationalen Wettbewerb weiter zu schädigen.

Der Chemiekonzern treibt unterdessen die Trennung von seinen Chemieparks voran, die er in die Einheit Syneqt ausgegliedert hat: „Mit zwei modernen Gaskraftwerken in , einem großen Leitungsnetz und 200 Millionen Euro Gewinn ist Syneqt eine echte Perle. Im Herbst werden wir den Markt ansprechen“, sagte Kullmann der „Rheinischen Post“.

„Danach werden wir entscheiden, welchen Weg wir gehen – der Verkauf ist einer davon. Denkbar ist auch, dass die Syneqt mit einem anderen Chemieparkbetreiber fusioniert.“

Hier denkt Kullmann nicht an die Currenta, die aus Bayer hervorgegangen ist, sondern: „Ich denke eher an Partner aus den Niederlanden oder . Rhein-Ruhr, Flandern und Südholland bilden die stärkste Chemieregion in Europa.“

Evonik hat die Chemieparks in Marl und Wesseling mit 3.500 Mitarbeitern in die Einheit Syneqt ausgegliedert.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Evonik Industries (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Evonik fordert Verschiebung des Kohleausstiegs

Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Evonik-Chef Christian Kullmann fordert eine Verschiebung des für 2030 in Nordrhein-Westfalen geplanten Kohleausstiegs, weil es nicht genug Gaskraftwerke zur Versorgung gebe und Kohle voraussichtlich mindestens bis 2033 benötigt werde
  • Kullmann fordert außerdem, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben, um die Industrie nicht weiter zu benachteiligen
  • Evonik treibt die Trennung seiner Chemieparks voran und will die Einheit Syneqt im Herbst am Markt ansprechen, wobei Verkauf oder Fusion möglich sind

Warum ist das wichtig?

  • Evonik warnt, dass ohne ausreichende Gaskraftwerke der geplante Kohleausstieg 2030 die Energieversorgung nicht sichern kann
  • Eine Verschiebung des Kohleausstiegs und eine spätere Klimaneutralität sollen die Industrie weniger benachteiligen und Wettbewerbsnachteile vermeiden
  • Evonik bekräftigt, dass beim Emissionshandel keine zusätzliche Verschärfung nötig sei, um die europäische Chemie nicht weiter zu schwächen

Wer ist betroffen?

  • Christian Kullmann, Chef des Chemiekonzerns Evonik
  • Die Industrie in Nordrhein-Westfalen
  • Evonik bzw. die Chemieparks Marl und Wesseling (Mitarbeiter von Syneqt)

Zahlen/Fakten?

  • 2030 Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen geplant; Evonik-Chef Christian Kullmann sieht diesen Termin nicht als umsetzbar und nennt Kohlebedarf mindestens bis 2033, voraussichtlich länger
  • 1,6 Prozent Deutschlands Anteil an den globalen CO2-Emissionen
  • 200 Millionen Euro Gewinn; 3.500 Mitarbeiter bei den Chemieparks Marl und Wesseling

Wie geht’s weiter?

  • Kohleausstieg 2030 in NRW wird als nicht umsetzbar angesehen, da nicht genug Gaskraftwerke für die Versorgung existieren
  • Kohle soll mindestens bis 2033 (voraussichtlich länger) benötigt werden, abhängig von den Rahmenbedingungen
  • Evonik will Syneqt mit Marktansprache im Herbst weiterentwickeln; Verkauf oder Fusion mit anderen Betreibern (z. B. Niederlande/Belgien) ist denkbar
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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