Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Energiepolitik der EU und Deutschland
Berlin/Brüssel () – Das Wirtschaftsministerium hat sich mit der EU-Kommission auf Eckpunkte für die deutsche Kraftwerksstrategie geeinigt. Das teilte das Ministerium unter Leitung von Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag mit. Die Kraftwerksstrategie muss jedoch nach Vorlage eines Gesetzentwurfs noch abschließend von der Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt werden.
Reiches Plan, neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawatt (GW) zu bauen, wurde in den Verhandlungen vorerst abgeschwächt. Zunächst sollen in diesem Jahr 12 Gigawatt steuerbare Kapazitäten ausgeschrieben werden. Als steuerbare Kapazitäten gelten beispielsweise flexible Kraftwerke, wie etwa Gaskraftwerke, Batterie-Großspeicher, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke und Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, die gedrosselt werden können, aber auch Industriebetriebe, die Lasten bei Stromknappheit reduzieren.
Für 10 Gigawatt der Ausschreibungen ist ein Langfristkriterium vorgesehen. Die dort bezuschlagten Kapazitäten müssen also über einen längeren Zeitraum am Stück Strom erzeugen können. Das geht beispielsweise über Gaskraftwerke. Bereits Reiches Vorgänger, Robert Habeck (Grüne), hatte den Bau von 12,5 Gigawatt neuer Gaskraftwerke geplant. Die Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission sieht nun vor, dass spätestens im Jahr 2031 die Kapazitäten mit Langfristkriterium ihren Betrieb aufnehmen sollen.
In den Jahren 2027 und 2029/2030 sollen weitere Ausschreibungen für steuerbare Kapazitäten folgen, die spätestens im Jahr 2031 verfügbar sein müssen. Diese Ausschreibungen sollen auch für bestehende Anlagen offen sein.
Sämtliche Kraftwerke, die im Rahmen der Kraftwerksstrategie gebaut werden, sollen wasserstofffähig sein und spätestens bis zum Jahr 2045 vollständig dekarbonisiert werden, so das Ministerium. Außerdem soll es Maßnahmen geben, um einen vorzeitigen Umstieg auf Wasserstoff anzureizen, so dass 2 Gigawatt Kraftwerksleistung 2040 und weitere 2 Gigawatt Kraftwerksleistung 2043 auf Wasserstoff umgestellt werden.
„Mit den kurzfristigen Ausschreibungen über zwölf Gigawatt neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung schaffen wir auch für die Zukunft die Grundlage für eine gesicherte Stromversorgung in Deutschland und damit für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie“, sagte Reiche zu der Einigung. „Zugleich setzen wir den Startpunkt für einen umfassenden, technologieoffenen Kapazitätsmarkt, mit dem wir den Zubau weiterer Kraftwerke und anderer flexibler Kapazitäten anreizen. So sichern wir die Versorgungssicherheit und die Einhaltung unserer Klimaschutzziele gleichermaßen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ruhrgebiet (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Wirtschaftsministerium und EU-Kommission einigen sich auf Eckpunkte der deutschen Kraftwerksstrategie.
- Geplante Gesamtkapazität neuer Gaskraftwerke reduziert, zunächst 12 Gigawatt werden ausgeschrieben.
- Alle neuen Kraftwerke sollen wasserstofffähig sein und bis 2045 vollständig dekarbonisiert werden.
Warum ist das wichtig?
- Sicherstellung einer gesicherten Stromversorgung in Deutschland
- Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
- Unterstützung der Klimaschutzziele durch Dekarbonisierung und Wasserstoffnutzung
Wer ist betroffen?
- Gaskraftwerksbau und -betreiber
- Betreiber von flexiblen Kraftwerken und Speicheranlagen
- Industriebetriebe, die Stromlasten reduzieren können
Zahlen/Fakten?
- 20 Gigawatt (GW) geplante Gesamtkapazität neuer Gaskraftwerke
- 12 Gigawatt steuerbare Kapazitäten sollen in diesem Jahr ausgeschrieben werden
- 2 Gigawatt Kraftwerksleistung sollen bis 2040 auf Wasserstoff umgestellt werden
Wie geht’s weiter?
- Abschluss der gesetzlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission erforderlich
- Ausschreibung von 12 GW steuerbaren Kapazitäten in diesem Jahr
- Weitere Ausschreibungen für steuerbare Kapazitäten in 2027 und 2029/2030 geplant
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