Wirtschaft: Bauern in Deutschland unter Druck
Berlin () – Infolge des Iran-Kriegs steht Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes vor einer Düngemittel-Krise.
„Ein physischer Engpass ist bislang ausgeblieben, aber die Stickstoffpreise verharren strukturell auf hohem Niveau, und die Vorräte für die neue Saison sind gefährlich gering“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Insgesamt belaste der Iran-Krieg die deutschen Landwirte erheblich. „Bei vielen Betrieben geht das inzwischen an die Substanz“, so Rukwied. Der Iran-Krieg habe einen weiteren Betriebsmittel-Preisschock ausgelöst, und das bei gleichzeitig sehr niedrigen Erzeugerpreisen.
„Die Lage am Golf hat sich bis heute nicht verbessert, was unsere Befürchtungen bestätigt: Wer sich hier auf das Prinzip Hoffnung verlässt, gefährdet die Versorgungssicherheit“, warnte Rukwied. Das hohe Preisniveau beim Diesel belaste die Betriebe massiv. Er forderte kurzfristig eine befristete Absenkung der Energiesteuer auf das EU-Mindestmaß sowie eine Entlastung bei der CO2-Bepreisung.
Da der Konflikt am Golf anhalte und die Gaspreise jederzeit anziehen könnten, sei ein erneuter Preissprung über die Erdgas-Ammoniak-Kette jederzeit möglich. „Genau davor warnen wir – die Ruhe am Düngermarkt ist trügerisch“, sagte Rukwied. Langfristig gehe es um mehr europäische Versorgungssouveränität bei Düngemitteln. Symbolische Zollaussetzungen, die durch die fortbestehende CO2-Grenzausgleichsbesteuerung gleich wieder verpufften, reichten nicht.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bauer mit Traktor (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Der Iran-Krieg führt nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes zu einer bevorstehenden Düngemittelkrise in Deutschland, weil Stickstoffpreise hoch bleiben und die Vorräte für die neue Saison gefährlich gering sind
- Hohe Kosten für Diesel sowie ein weiterer Preisschock bei Betriebsmitteln belasten viele Betriebe zunehmend bis an die Substanz
- Die Lage am Golf bleibt angespannt, wodurch jederzeit erneut Preissprünge über die Erdgas-Ammoniak-Kette möglich sind und die Versorgungssicherheit gefährdet werden kann
Warum ist das wichtig?
- Deutschland steht nach Einschätzung des Bauernverbandes vor einer Düngemittel-Krise, weil Stickstoffpreise hoch bleiben und die Vorräte für die neue Saison gefährlich gering sind
- Die Lage belastet Landwirte erheblich und kann ihre Versorgung und Produktion gefährden, da Preis-Schocks (u.a. Energie/Diesel) bei gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen an die Substanz gehen
- Kurzfristige Entlastungen bei Energiesteuer und CO2-Bepreisung sowie langfristig mehr europäische Versorgungssouveränität sind wichtig, um weitere Preissprünge in der Erdgas-Ammoniak-Kette zu vermeiden
Wer ist betroffen?
- Deutsche Landwirte/Betriebe in Deutschland
- Bauernpräsident Joachim Rukwied (Deutscher Bauernverband)
Zahlen/Fakten?
- Stickstoffpreise verharren strukturell auf hohem Niveau
- Vorräte für die neue Saison sind gefährlich gering
- Befürchteter erneuter Preissprung über die Erdgas-Ammoniak-Kette jederzeit möglich
Wie geht’s weiter?
- Deutschland steht nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes durch den Iran-Krieg vor einer Düngemittel-Krise, da Stickstoffpreise hoch bleiben und die Vorräte für die neue Saison gefährlich gering sind
- Wenn sich Lage am Golf nicht verbessert, seien jederzeit erneute Preissprünge über die Erdgas-Ammoniak-Kette möglich, weil die Ruhe am Düngermarkt trügerisch sei
- Der Bauernverband fordert kurzfristige Entlastungen wie befristete Absenkung der Energiesteuer und Maßnahmen bei der CO2-Bepreisung sowie langfristig mehr europäische Versorgungssouveränität bei Düngemitteln
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