Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wahlrechtsreform und Parität in Berlin
Berlin () – Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) drängt auf eine schnelle Reform des Wahlrechts. Dies sei „zentral für die Koalition“, sagte Prien dem „Stern“.
„Wir müssen vor der nächsten Wahl die kontraproduktive Entwicklung zurückdrehen, dass Wahlkreise nicht mit einem Abgeordneten im Bundestag vertreten sind.“ Das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit von Wahlen. „Das steht unabhängig von der Frage, ob uns ein verfassungskonformer Vorschlag zur Parität gelingt“, sagte Prien.
Zuvor waren Regeln zur paritätischen Besetzung von Parlamenten aus der SPD zur Bedingung für eine Wahlrechtsreform erklärt worden. Dem widersprach Prien: „Mir ist wichtig: Die Arbeit der Wahlrechtskommission ist nicht im Sinne eines Junktims mit der Paritätsfrage verbunden.“ Es müsse möglich sein, das Problem der Direktwahlkreise in der Kommission zu lösen und gleichzeitig über das Problem der Parität zu diskutieren.
Allerdings bekräftigte die Ministerin ihren grundsätzlichen Wunsch nach verfassungskonformen Regeln für Parität: „Die bisherigen Regeln helfen offenkundig nicht in ausreichendem Maß“, sagte Prien. „Deshalb geht es aus meiner Sicht um die Frage, wie man die Repräsentation von Frauen verfassungskonform verbessert.“ Prien erklärte allerdings, dass dies angesichts der bisherigen Rechtsprechung „schwierig genug“ sei.
Für ihren Vorstoß nach einer Prüfung diese Frage war Prien zuletzt scharf kritisiert worden – teils auch aus der eigenen Partei. „Ich setze mich seit Jahren für dieses Ziel ein und als Frauenministerin werde ich nicht damit aufhören“, verteidigte sich Prien. „In anderen europäischen Ländern werden Paritätsdebatten sehr viel unaufgeregter geführt“, sagte sie. „Mir scheint diese Härte Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der Gleichstellungsfragen vermeintlich keine Relevanz mehr haben.“ Dem widerspräche sie entschieden.
Prien, die auch Vize-Chefin der CDU ist, sagte in Richtung ihrer Partei: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Sachen Parität auch in der CDU vorankommen müssen.“ Viele Landesverbände seien schon auf den Weg dorthin und entwickelten Lösungen. „Ich sehe mich als Bundesministerin da auch in der christdemokratischen Tradition von Rita Süssmuth – das ist Teil ihres Vermächtnisses.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Karin Prien (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Karin Prien drängt auf eine schnelle Reform des Wahlrechts
- Sie widerspricht der SPD bezüglich der Verbindung von Wahlrechtsreform und paritätischer Besetzung
- Prien betont die Notwendigkeit verfassungskonformer Regeln zur Verbesserung der Repräsentation von Frauen
Warum ist das wichtig?
- Reform des Wahlrechts ist zentral für die Glaubwürdigkeit von Wahlen.
- Notwendigkeit, die Repräsentation von Frauen verfassungskonform zu verbessern.
- Dringlichkeit der Problemlösung in Bezug auf Direktwahlkreise und Parität.
Wer ist betroffen?
- Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU)
- Wahlrechtskommission
- Frauen in der Politik
Zahlen/Fakten?
- Bundesfamilienministerin Karin Prien drängt auf eine schnelle Wahlrechtsreform
- Ziel ist es, Wahlkreise wieder mit einem Abgeordneten im Bundestag zu vertreten
- Prien betont, dass die Repräsentation von Frauen verfassungskonform verbessert werden muss
Wie geht’s weiter?
- Schnelle Reform des Wahlrechts anstreben
- Unabhängige Diskussion der Direktwahlkreise und der Paritätsfrage
- Verfassungskonforme Regeln zur Verbesserung der Frauenrepräsentation entwickeln
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