Politik in Budapest: Ungarn-Reform

Es sei unvermeidlich, dass die neuen, klaren Mehrheiten im ungarischen Parlament die Erblasten von Viktor Orbán beseitigen, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, dem „Spiegel“. Staatspräsident Sulyok habe für zahlreiche Einschränkungen von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in Ungarn die Hand gereicht. Das habe das Vertrauen der Bürger in diesen Präsidenten erschüttert, so der CDU-Außenpolitiker.
Auch Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, verteidigte das Vorgehen des neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar. Die Erfahrungen aus Polen zeigten, dass man mit der Rückabwicklung autoritärer Strukturen nicht zu lange warten dürfe. Ansonsten drohe die Gefahr, dass sich die politischen Kräfte um den ehemaligen Ministerpräsidenten Orbán wieder reorganisieren und den demokratischen Umbau torpedieren, sagte er dem „Spiegel“.
Am Montag hatte die Tisza-Fraktion von Ministerpräsident Magyar in der Nationalversammlung in Budapest ein Paket beschlossen, das auf einen Umbau des früheren Fidesz-Systems unter Orbán abzielt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ungarns Parlament (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Deutsche Außenpolitiker verteidigen die jüngsten Verfassungsänderungen in Ungarn, die unter anderem den amtierenden Staatspräsidenten aus dem Amt entfernen sollen
- Die Tisza-Fraktion beschloss in der Nationalversammlung ein Paket zum Umbau des früheren Fidesz-Systems unter Viktor Orbán
Warum ist das wichtig?
- Deutsche Außenpolitiker sehen die Verfassungsänderungen als notwendigen Schritt zur Beseitigung von Einschränkungen und zur Stärkung von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit
- Die Änderungen sollen die politischen Strukturen Orbáns aufbrechen, damit autoritäre Strukturen nicht erneut erstarken und den demokratischen Umbau torpedieren
Wer ist betroffen?
- Staatspräsident Sulyok
- Viktor Orbán
- Bürger in Ungarn
Zahlen/Fakten?
- Ungarn: Verfassungsänderungen sollen unter anderem den amtierenden Staatspräsidenten aus dem Amt entfernen
- Parlament: Tisza-Fraktion beschloss am Montag ein Paket zum Umbau des früheren Fidesz-Systems unter Viktor Orbán
- Begründung: Beseitigung der „Erblasten“ von Orbán durch neue Mehrheiten im Parlament
Wie geht’s weiter?
- Die neuen parlamentarischen Mehrheiten sollen die Erblasten von Viktor Orbán beseitigen
- Autoritäre Strukturen sollen nicht zu lange zurückgebaut werden, um ein Reorganisieren pro Orbán zu verhindern
- Die Umsetzung des beschlossenes Pakets zielt auf den Umbau des früheren Fidesz-Systems unter Orbán ab
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