Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Ungarische Politik: Migration und Sicherheitspolitik
Budapest () – Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar kündigt Widerstand gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union an.
Die EU verlangt von ihren Mitgliedsländern, an den Außengrenzen Asylverfahren für Migranten durchzuführen – auf die Frage, ob er diese Vorschrift des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems GEAS, die ab Mitte Juni gelten soll, auch anwenden wolle, kündigte Magyar in der FAZ an, „dass Ungarn keine illegalen Migranten übernehmen wird“. Dafür aber werde sein Land helfen, „die Außengrenzen Europas zu schützen, sei es in Griechenland, sei es auf Malta, sei es in Italien„.
Auch die geltende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach Ungarn schon seit der Regierungszeit des abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán eine Million Euro pro Tag Strafe zahlen muss, weil es gegen geltende Regeln verstößt, sei „ungerecht und unverhältnismäßig“. Magyar fügte hinzu: „Wir werden Gespräche führen und gemeinsam mit unseren europäischen Partnern eine Lösung finden, damit wir unsere Grenzen schützen können und keine tägliche Strafe in Höhe von einer Million Euro zahlen müssen.“
Zudem riet Magyar davon ab, rechtsextreme Parteien durch „Brandmauern“ auszugrenzen. „Ich mag solche Schubladen wie rechtsextrem oder linksextrem nicht“, stellte er fest. „Ich mag keine ideologischen Kämpfe.“ Er beobachte, „dass einige Länder im Umgang mit extremen Parteien Fehler machen“. Es sei „alleine in sich“ keine Lösung, Menschen und Parteien „hinter eine Brandmauer zu sperren“. Das mache diese Kräfte „nur noch stärker“.
Magyar äußerte sich auch zu der Frage, ob die Europäische Volkspartei EVP, zu der CDU und CSU ebenso gehören wie seine Partei Tisza, im Europaparlament mit der AfD zusammenarbeiten sollten. Er sagte, das sei zwar nicht an ihm, das zu entscheiden, aber es schade nie, sich der „Argumente des anderen anzunehmen“. Was man davon dann annehme, sei „eine andere Frage“.
Anders als Orbán kritisierte Magyar Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine mit scharfen Worten und stellte fest, Russland sei „ein Sicherheitsrisiko für ganz Europa“. Die Ukraine sei „das Opfer“ in diesem Krieg und habe „das Recht auf territoriale Integrität“. Er fügte aber hinzu, Ungarn werde trotzdem weiter Energieträger aus Russland beziehen. Ungarn sei „noch auf russisches Öl angewiesen, und das können wir nicht von heute auf morgen ändern“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Péter Magyar am 02.06.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar kündigt Widerstand gegen die EU-Migrationspolitik an.
- Ungarn wird keine illegalen Migranten übernehmen, möchte jedoch die Außengrenzen Europas schützen.
- Magyar kritisiert die Strafe des Europäischen Gerichtshofs als ungerecht und plant Gespräche für eine Lösung.
Warum ist das wichtig?
- Widerstand Ungarns gegen EU-Migrationspolitik stärkt nationale Kontrolle über Asylverfahren
- Ungarns Rolle beim Schutz der Außengrenzen Europas wichtig für die Sicherheit der EU
- Kritik an rechtsextremen Parteien und ideologischen Kämpfen zeigt Wunsch nach politischem Dialog
Wer ist betroffen?
- Ungarn
- Migranten
- Europäische Union
Zahlen/Fakten?
- Ungarn zahlt eine Million Euro pro Tag an Strafe wegen Verstoßes gegen EU-Regeln.
- Magyar kündigt an, dass Ungarn keine illegalen Migranten übernehmen wird.
- Ungarn ist weiterhin auf russisches Öl angewiesen.
Wie geht’s weiter?
- Ungarn wird keine illegalen Migranten übernehmen und will die Außengrenzen Europas schützen.
- Gespräche mit europäischen Partnern sollen geführt werden, um eine Lösung gegen die täglichen Strafen zu finden.
- Ungarn bleibt auf russisches Öl angewiesen, trotz Kritik an Russland.
