Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftspolitik: Luftverkehrssteuer und Standort Deutschland
Berlin () – Der Wirtschaftsrat der CDU fordert eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Vor der für Donnerstag angesetzten abschließenden Debatte im Bundestag zur geplanten Absenkung der Abgabe verlangte der Verband weitergehende Maßnahmen, um den Luftverkehrsstandort Deutschland attraktiver zu machen.
Generalsekretär Wolfgang Steiger sagte, eine Senkung der Luftverkehrsteuer greife zu kurz, um die Wettbewerbsnachteile zu beseitigen. Vielmehr wäre eine vollständige Abschaffung angezeigt, verbunden mit einer Senkung der Flughafenentgelte und Gebühren. Ein Aus der Abgabe käme auch Verbrauchern zugute. Eine Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland würde perspektivisch höhere Steuereinnahmen schaffen, wenn Airlines und Arbeitsplätze wieder zurückkehrten.
Kritisch äußerte sich Steiger zu der geplanten Gegenfinanzierung. Diese sehe Kürzungen im Verkehrsetat vor, also im investiven Bereich. Stattdessen sollte die Gegenfinanzierung über die Kürzung konsumtiver Ausgaben erfolgen.
Die Entwicklung im Luftverkehr habe generell Nachholbedarf. „Während der Luftverkehr in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren gerade einmal um 1,7 Prozent gewachsen ist, lag das Wachstum in Frankreich bei 30 Prozent und in Polen sogar bei 122 Prozent“, sagte er. Hohe staatlich induzierte Kosten hätten dazu geführt, dass Airlines einen Bogen um Deutschland gemacht hätten. Wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen verliere der Standort damit auch im Luftverkehr zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Grundsätzlich werde der Luftverkehr weiterwachsen. „Die entscheidende Frage ist, ob künftig noch mit Deutschlands Flughäfen und Airlines oder zunehmend ohne sie“, so Steiger.
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Anhebung der Steuer durch die Vorgängerregierung wieder rückgängig zu machen. Damit würde die von den Fluggesellschaften zu zahlende Abgabe zum 1. Juli 2026 auf das Niveau von vor Mai 2024 sinken, heißt es in einem entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung des Luftverkehrssteuergesetzes. Im Bundestag ist am Donnerstag nach einer halbstündigen Debatte eine entsprechende Abstimmung darüber geplant.
Wegen hoher Standortkosten hatten zuletzt zahlreiche Airlines Flüge von und nach Deutschland gestrichen. Unter anderem hatten Easyjet, Ryanair und auch Lufthansa das Streckennetz ausgedünnt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Rothaarige Frau in einem Flugzeug (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Wirtschaftsrat der CDU fordert vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer
- Geplante Absenkung der Abgabe wird als unzureichend kritisiert, Vorschlag zur Senkung von Flughafenentgelten
- Zahlreiche Airlines haben wegen hoher Standortkosten Flüge nach Deutschland gestrichen
Warum ist das wichtig?
- Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland könnte zu höheren Steuereinnahmen führen.
- Vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig.
- Hohe staatliche Kosten haben dazu geführt, dass Airlines Deutschland meiden.
Wer ist betroffen?
- Airlines
- Verbraucher
- Luftverkehrsstandort Deutschland
Zahlen/Fakten?
- Luftverkehr in Deutschland wuchs in den letzten 10 Jahren um 1,7 Prozent
- Wachstum in Frankreich bei 30 Prozent, in Polen bei 122 Prozent
- Abgabe soll zum 1. Juli 2026 auf Niveau von vor Mai 2024 sinken
Wie geht’s weiter?
- Abschaffung der Luftverkehrssteuer gefordert
- Senkung der Flughafenentgelte und Gebühren notwendig
- Kritik an geplanter Gegenfinanzierung durch Kürzungen im Verkehrsetat
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