Neue Vorwürfe gegen Fallschirmjäger aus Zweibrücken

8. Januar 2026
1 min Lesezeit

Neue Vorwürfe gegen Fallschirmjäger aus Zweibrücken

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaftliche Herausforderungen in der Bundeswehr Berlin

() – Die Ermittlungen der Bundeswehr im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken sind offenbar umfangreicher als bisher bekannt. Das berichtet der „Spiegel“.

Gegen den Chef einer Kompanie wird demnach ermittelt, weil er eine teilgeladene Pistole aus drei Metern Entfernung auf die Gesichter zweier Soldaten gerichtet haben soll, wie aus internen Berichten der Truppe hervorgeht. In einer Kompanie am Standort Merzig musste zudem ein Soldat nach der Nahkampfausbildung im Juni 2025 im Krankenhaus notoperiert werden. Zwei Ausbilder sollen, so geht es aus einem internen Dokument hervor, „entgegen der einschlägigen Vorschrift wiederholte Schläge in den Genitalbereich und auf den Kopf angewiesen haben“, ohne dass der Soldat seine Deckung hochnehmen durfte.

Insgesamt führt die Bundeswehr derzeit 55 Beschuldigte, es gab nach Informationen des Nachrichtenmagazins mehr als 260 Vernehmungen. Ausgelöst hatten die Ermittlungen in dem Verband mehrere Soldatinnen, die sich im Februar 2025 an die Gleichstellungsvertrauensfrau des Regiments gewandt hatten. Im Zentrum standen zunächst Vorwürfe von sexualisiertem Fehlverhalten, dazu kamen Anschuldigungen, Soldaten würden auch in der Kaserne Drogen konsumieren, darunter Kokain. Auch gebe es rechtsextremistische Umtriebe. In den Berichten des Heeres ist von einem „toxischen inneren Gefüge“ in einer der elf Kompanien des Regiments die Rede; die neuen Vorwürfe betreffen jedoch andere Kompanien.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), kritisiert die Informationspolitik von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). „Angesichts des Umfangs und der Tragweite der Vorwürfe wäre es wünschenswert gewesen, dass der Deutsche Bundestag und dort der Verteidigungsausschuss früher und umfassender durch das Bundesverteidigungsministerium informiert und einbezogen worden wären“, sagte er dem „Spiegel“.

Röwekamp fordert Konsequenzen: Man müsse auch darüber reden, warum Soldaten oft davor zurückscheuten, Fehlverhalten von Kameraden oder Vorgesetzten zu melden, sagte er. Man müsse darüber nachdenken, wie man es Soldaten erleichtern könne, Vorfälle zur Kenntnis zu bringen, ohne dass sie persönliche Nachteile fürchten müssten.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte (CDU), mahnt, nun schnell eine Dunkelfeldstudie fertigzustellen, die Ausmaß und Folgen sexualisierten Fehlverhaltens in der Bundeswehr untersuchen soll. Eine solche Analyse sei „unerlässlich, um gezielte und wirksame Präventions- sowie Aufklärungsmaßnahmen zu entwickeln“, sagte er dem „Spiegel“. Seine Vorgängerin Eva Högl (SPD) hatte die Untersuchung vor mehr als einem Jahr angeregt, Pistorius hatte dies zugesagt. Bislang liegt nur eine Projektskizze vor.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldat (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Ermittlungen gegen Kompaniechef wegen Bedrohung von Soldaten mit einer Pistole.
  • Soldat nach Nahkampfausbildung im Krankenhaus notoperiert, Vorwürfe gegen Ausbilder wegen missbräuchlicher Gewalt.
  • 55 Beschuldigte, mehr als 260 Vernehmungen, Vorwürfe von sexualisiertem Fehlverhalten und Drogenkonsum in der Bundeswehr.

Warum ist das wichtig?

  • Aufdeckung von schwerwiegendem Fehlverhalten innerhalb der Bundeswehr
  • Notwendigkeit effektiver Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen
  • Verbesserung des Meldesystems für Soldaten bezüglich Fehlverhalten

Wer ist betroffen?

  • Soldaten im Fallschirmjägerregiment 26
  • Ausbilder in der Kompanie am Standort Merzig
  • Soldatinnen, die Meldungen gemacht haben

Zahlen/Fakten?

  • 55 Beschuldigte in den Ermittlungen
  • Mehr als 260 Vernehmungen durchgeführt
  • Vorwürfe von sexualisiertem Fehlverhalten und Drogenkonsum in der Kaserne

Wie geht’s weiter?

  • Weitere Ermittlungen zur Klärung der Vorwürfe durchführen
  • Dunkelfeldstudie zum Ausmaß sexualisierten Fehlverhaltens in Auftrag geben
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Meldemöglichkeiten für Soldaten entwickeln
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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