Neuer Kommandeur mahnt Neuanfang für Fallschirmjägerregiment an

25. Januar 2026
1 min Lesezeit

Neuer Kommandeur mahnt Neuanfang für Fallschirmjägerregiment an

Rheinland-Pfalz - Was ist passiert – was dahinter steckt

Missstände im Militär: Aufbruch in Zweibrücken

Zweibrücken () – Nach der Aufdeckung von gravierenden Missständen im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken appelliert der neue Kommandeur an seine Soldaten, sich aktiv an einem Neuanfang für die Bundeswehreinheit einzusetzen und mögliche weitere Missstände umgehend zu melden.

In einem internen Brief vom 19. Januar, über den der „Spiegel“ berichtet, ordnete Oberst Martin Holle die sofortige Durchführung „einer anonymen und freiwilligen Umfrage zur inneren und sozialen Lage im Regiment“ an. Seine rund 1.700 Soldaten fordert er auf, mögliche weitere Missstände beim Umgang untereinander „offen und ehrlich“ zu schildern.

„Nur wer sich einbringt, kann etwas verändern“, schreibt Holle.

Das Regiment war kürzlich wegen umfangreicher Disziplinarermittlungen in die Schlagzeilen geraten. Dabei wurden mehrere Fälle von sexueller Belästigung, rechten Umtrieben und Drogenkonsum aufgedeckt.

55 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 gelten als Beschuldigte, gegen 16 ermittelt die Staatsanwaltschaft. Neun Soldaten wurden bereits entlassen, bei weiteren ist die Entfernung aus der Truppe beantragt.

Mit der anonymen Umfrage unter den Soldaten des Regiments kommt der neue Kommandeur einer von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) angeordneten Dunkelfeldstudie zuvor, die ausleuchten soll, wie verbreitet die sexuelle Belästigung von Frauen in der Bundeswehr ist.

In dem Schreiben warnte Holle davor, die Medien für den Reputationsverlust des Fallschirmjägerregiments verantwortlich zu machen.

In dem Brief schreibt er von einer „sehr negativen, aber leider in großen Teilen zutreffenden Berichterstattung“. Das Problem seien aber nicht die Zeitungsartikel, sondern „das Fehlverhalten einiger weniger unter uns, die unsere Leistungen, unseren Namen und unsere Kameradschaft in den Dreck gezogen haben“, so Holle.

Am kommenden Mittwoch will der Inspekteur des Heeres als Reaktion auf den Skandal einen umfangreichen Aktionsplan für die Luftlandetruppe der Bundeswehr vorstellen.

Mit einem Bündel von Maßnahmen soll in Zukunft verhindert werden, dass Vorgänge wie in Zweibrücken unentdeckt bleiben. So soll die Dienstaufsicht verschärft werden, zudem sind strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Führbarkeit und verbesserte Präventionsmaßnahmen geplant.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldat (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Neues Kommando im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken appelliert an Soldaten, Missstände zu melden.
  • Anonyme Umfrage zur sozialen Lage im Regiment angeordnet.
  • Mehrere Fälle von sexueller Belästigung, rechten Umtrieben und Drogenkonsum aufgedeckt; 55 Soldaten als Beschuldigte.

Warum ist das wichtig?

  • Bedeutung der Aufklärung von Missständen für die Integrität der Bundeswehr
  • Förderung eines offenen und ehrlichen Umgangs zur Verbesserung des Arbeitsklimas
  • Vorbeugung ähnlicher Vorfälle durch verstärkte Dienstaufsicht und Präventionsmaßnahmen

Wer ist betroffen?

  • rund 1.700 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26
  • 55 Soldaten gelten als Beschuldigte
  • 16 Soldaten werden von der Staatsanwaltschaft ermittelt

Zahlen/Fakten?

  • 1.700 Soldaten im Fallschirmjägerregiment 26
  • 55 Soldaten als Beschuldigte
  • 16 Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft
  • 9 Soldaten bereits entlassen

Wie geht’s weiter?

  • Durchführung einer anonymen und freiwilligen Umfrage zur inneren und sozialen Lage im Regiment
  • Vorstellung eines umfangreichen Aktionsplans für die Luftlandetruppe durch den Inspekteur des Heeres
  • Verschärfung der Dienstaufsicht und strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Führbarkeit
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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