Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Flüchtlingspolitik in Deutschland: Kritik und Verantwortung
Berlin () – Grünen-Parteichef Felix Banaszak hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf für dessen Ankündigung kritisiert, bis Jahresende weitere 535 Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland zu holen.
„Was Alexander Dobrindt hier ankündigt, ist keine Weihnachtsbotschaft, sondern kaltherzige Verwaltungslogik“, sagte Banaszak dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). „Wer stark genug ist, sein Recht vor deutschen Gerichten einzuklagen, darf kommen – wer das nicht schafft, wird aus Pakistan heraus faktisch der Abschiebung nach Afghanistan ausgeliefert. Das ist zynisch.“
Banaszak warf der Bundesregierung Wortbruch vor. Dass nun 535 Menschen einreisen dürfen, verschleiere, dass gleichzeitig hunderte andere Afghanen „im Stich gelassen werden: Frauenrechtlerinnen, Menschenrechts-Aktivisten, Familien mit Kindern, die sich auf das Wort Deutschlands verlassen haben und nun fürchten müssen, den Taliban ausgeliefert zu werden“, sagte er.
„Hier geht es um Menschen, die ihr Leben für uns riskiert haben. Die als Ortskräfte für die Bundeswehr, für deutsche Institutionen oder für eine freie Zivilgesellschaft gearbeitet haben. Wer ihnen jetzt Schutz verweigert, verspielt nicht nur Vertrauen, sondern beschädigt das internationale Ansehen Deutschlands massiv“, so Banaszak. „Ein Land, das seine Zusagen bricht und Schutzsuchende der Willkür von Abschiebung und Verfolgung aussetzt, verliert seine Glaubwürdigkeit.“
Deutschland dürfe sich nicht darauf zurückziehen, nur das Nötigste zu tun, wenn Gerichte es erzwängen, sagte der Grünen-Chef. „Humanität, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortung enden nicht dort, wo es politisch unbequem wird.“
Dobrindt hatte zwar gesagt, dass er 460 Menschen, die sich im Bundesaufnahmeprogramm befänden, und 75 Menschen, die sich im Ortskräfteprogramm befänden, möglichst noch im Dezember von Pakistan nach Deutschland einreisen lassen wolle. Doch etliche Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan hatten erst erfolgreich auf Erteilung eines Visums klagen müssen, bevor für sie und ähnlich gelagerte Fälle wieder Einreisen nach Deutschland organisiert wurden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Felix Banaszak (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Felix Banaszak kritisiert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt für die Ankündigung, 535 Afghanen nach Deutschland zu holen.
- Er wirft der Bundesregierung Wortbruch vor und betont, dass viele gefährdete Afghanen weiterhin im Stich gelassen werden.
- Banaszak fordert mehr humanitäre Verantwortung und kritisiert die politische Haltung bezüglich der Einreise von Schutzsuchenden.
Warum ist das wichtig?
- Fehlende Unterstützung für gefährdete Afghanen gefährdet Leben und Vertrauen in Deutschland.
- Bruch von Zusagen schädigt internationales Ansehen und Glaubwürdigkeit Deutschlands.
- Humanität und Verantwortung müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt bleiben.
Wer ist betroffen?
- 535 Afghanen mit Aufnahmezusage
- Frauenrechtlerinnen, Menschenrechts-Aktivisten, Familien mit Kindern
- Ortskräfte für die Bundeswehr und deutsche Institutionen
Zahlen/Fakten?
- 535 Afghanen mit Aufnahmezusage sollen bis Jahresende nach Deutschland geholt werden
- 460 Personen im Bundesaufnahmeprogramm und 75 im Ortskräfteprogramm sollen im Dezember einreisen
- Viele Afghanen mussten erfolgreich gegen die Erteilung eines Visums klagen, um einen Einreiseanspruch zu erhalten
Wie geht’s weiter?
- Aufnahme weiterer Afghanen bis Jahresende
- Kritik an der Vorgehensweise der Bundesregierung
- Forderung nach mehr Schutz für gefährdete Gruppen
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