Hessen fordert Prüfung von "Indymedia"-Verbot

15. Juni 2026
1 min Lesezeit

Hessen fordert Prüfung von "Indymedia"-Verbot

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Innenpolitik: Schärferes Vorgehen gegen Linksextremismus in Deutschland

() – Die Innenminister von und dringen vor der Innenministerkonferenz in auf ein schärferes Vorgehen gegen linksextreme Gewalt.

Hessen fordert laut der „Welt“ unter anderem die Prüfung eines Verbots der Plattform „Indymedia“, Sachsen eine gemeinsame Datei Linksextremismus von Bund und Ländern. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte der „Welt“, „Indymedia“ sei „das zentrale Propaganda-Medium der linksextremen Szene“. Auf der Plattform erscheinen regelmäßig Bekennerschreiben zu mutmaßlich linksextremen Straftaten. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass diese Plattform Straf- und Gewalttaten fördert“, sagte Poseck der „Welt“.

Die Zahl der politisch motivierten Kriminalität stieg zuletzt um rund 35 Prozent auf mehr als 13.000 Fälle an. Linksextreme Gewalttaten legten um 42,6 Prozent auf 1.087 Fälle zu, machen also nur einen kleinen Anteil aus. In Hessen hat sich die Zahl der Gewaltdelikte mit einem Anstieg von rund 153 Prozent von 19 auf 48 Fälle mehr als verdoppelt, so das hessische Innenministerium. „Das sind keine abstrakten Zahlen. Hinter ihnen stehen Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und Anschläge auf kritische Infrastruktur“, sagte Poseck der „Welt“. Zuletzt hatte ein Brandanschlag auf ein Umspannwerk in zu einem großflächigen Stromausfall geführt, wobei die Hintergründe derzeit noch ermittelt werden.

Hessen fordert zudem ein aktuelles Bundeslagebild zum gewaltorientierten Linksextremismus, das „Vernetzungsstrukturen und Mobilisierungspotenziale transparent macht“. Poseck sagte der „Welt“: „Die notwendige Konzentration auf den Rechtsextremismus darf nicht dazu führen, den Linksextremismus zu verharmlosen.“ Außerdem schlägt Hessen vor, konsequente „Ein- und Ausreise-Untersagungen“ für mutmaßlich gewaltbereite Linksextremisten zu prüfen, die zu Aufmärschen und Ausschreitungen anreisen wollten.

Auch Sachsen fordert eine stärkere Beobachtung der Szene. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus greifen Sicherheitsbehörden seit Jahren auf gemeinsame Informationssysteme zurück, etwa seit 2012 auf die Rechtsextremismus-Datei (RED). Sie entstand als Konsequenz aus den NSU-Morden. Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der „Welt“: „Für die Ermittlungen und Fahndungen nach Tätern, zur Aufklärung von Netzwerken und Strukturen halte ich eine neue gemeinsame Datei Linksextremismus der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern für ein wichtiges Instrument, um weiße Flecken zu verringern.“ Angesichts der Lageentwicklung sei es nur konsequent, dass die Bundessicherheitsbehörden dem Linksextremismus eine höhere Priorität einräumten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Roman Poseck (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Innenminister von Hessen und Sachsen fordern schärferes Vorgehen gegen linksextreme Gewalt vor der Innenministerkonferenz in Hamburg.
  • Hessen prüft ein Verbot der Plattform "Indymedia", während Sachsen eine gemeinsame Datei Linksextremismus von Bund und Ländern verlangt.
  • Politisch motivierte Kriminalität stieg um 35 Prozent, linksextreme Gewalttaten um 42,6 Prozent; Hessen vermeldet einen Anstieg der Gewaltdelikte um 153 Prozent.

Warum ist das wichtig?

  • Zunahme linksextremer Gewalt erfordert größeres Augenmerk der Sicherheitsbehörden.
  • Maßnahmen zur Beobachtung und Verbotsprüfungen sollen Prävention stärken.
  • Notwendigkeit, die Gefahren des Linksextremismus nicht zu verharmlosen.

Wer ist betroffen?

  • Innenminister von Hessen und Sachsen
  • Linksextreme Szene
  • Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern

Zahlen/Fakten?

  • Anstieg der politisch motivierten Kriminalität um rund 35 Prozent auf mehr als 13.000 Fälle
  • Linksextreme Gewalttaten steigen um 42,6 Prozent auf 1.087 Fälle
  • In Hessen mehr als doppelte Zahl an Gewaltdelikten von 19 auf 48 Fälle Anstieg um rund 153 Prozent

Wie geht’s weiter?

  • Prüfung eines Verbots der Plattform "Indymedia"
  • Erstellung einer gemeinsamen Datei Linksextremismus von Bund und Ländern
  • Anstieg der Beobachtung der linksextremen Szene durch Sicherheitsbehörden
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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