Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Europa: Anpassungen im Lieferkettengesetz
Brüssel () – Das europäische Lieferkettengesetz zum Schutz von Menschenrechten wird noch vor Inkrafttreten abgeschwächt. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments erzielten in der Nacht zum Dienstag in Brüssel eine entsprechende Einigung, wie beide Seiten mitteilten.
Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) und zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht (CS3D) zu vereinfachen, indem die Berichtspflichten reduziert und der Einfluss auf kleinere Unternehmen begrenzt wird. Die Vorgaben gelten demnach nur noch für wenige große Unternehmen.
Die Einigung sieht vor, dass soziale und ökologische Berichterstattung nur noch von EU-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 450 Millionen Euro verlangt wird. Für Unternehmen außerhalb der EU wurde die Umsatzgrenze für die Berichterstattung ebenfalls auf 450 Millionen Euro festgelegt, sofern dieser Umsatz in der EU erzielt wird.
Die neuen Regelungen vereinfachen zudem die Berichterstattungspflichten weiter. Kleinere Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern sind von der Pflicht zur Berichterstattung ausgenommen und können die Weitergabe von Informationen, die über die freiwilligen Standards hinausgehen, verweigern.
Die Sorgfaltspflichten gelten laut der Einigung nur für große EU-Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Diese Regelungen betreffen auch nicht-europäische Unternehmen, die in der EU einen Umsatz über diesem Schwellenwert erzielen. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften bleiben Unternehmen auf nationaler Ebene haftbar und könnten mit Geldstrafen von bis zu drei Prozent des weltweiten Netto-Jahresumsatzes belegt werden.
Die vorläufige Einigung muss nun vom Rat und vom Europäischen Parlament gebilligt werden, was allerdings reine Formsache sein sollte.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Container (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Das europäische Lieferkettengesetz wurde vor Inkrafttreten abgeschwächt.
- Berichtspflichten gelten nur noch für große Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Umsatz.
- Sorgfaltspflichten betreffen nur große Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
Warum ist das wichtig?
- Abschwächung des europäischen Lieferkettengesetzes könnte negative Auswirkungen auf Menschenrechte haben
- Eingrenzung der Berichtspflichten auf große Unternehmen verringert den Druck auf kleinere Firmen
- Einführung finanzieller Strafen bei Nichteinhaltung erhöht die Verantwortung für große Unternehmen
Wer ist betroffen?
- Große EU-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern
- Nicht-europäische Unternehmen mit Umsatz über 450 Millionen Euro in der EU
- Große EU-Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern
Zahlen/Fakten?
- Berichterstattungspflicht nur für Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern und Umsatz über 450 Millionen Euro
- Sorgfaltspflichten nur für große Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und Jahresumsatz über 1,5 Milliarden Euro
- Geldstrafen bei Nichteinhaltung bis zu drei Prozent des weltweiten Netto-Jahresumsatzes
Wie geht’s weiter?
- Billigung der vorläufigen Einigung durch den Rat und das Europäische Parlament
- Umsetzung der neuen Regelungen in nationales Recht
- Überwachung der Einhaltung der Vorgaben und mögliche Geldstrafen bei Nichteinhaltung
- Lottozahlen vom Samstag (18.04.2026) - 18. April 2026
- Schwerer Unfall in Goch – Auto durchbricht Zaun und landet im Wald - 18. April 2026
- Dax-Unternehmen zögern bei Auszahlung der Entlastungsprämie - 18. April 2026
