Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftliche Strategien für Energieversorgung in Europa
Wien () – Angesichts stark gestiegener Beschaffungspreise für Erdgas fordert der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr eine Bündelung der Marktmacht europäischer und asiatischer Staaten rechtzeitig vor dem Sommer, um die Gasspeicher zu akzeptablen Preisen wieder auffüllen zu können.
„Wir brauchen eine europäische Lösung, eine Art Einkaufskartell der EU-Staaten, am besten ergänzt durch asiatische Länder“, sagte der Ökonom den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgabe). Ansonsten laufe man Gefahr, sich bei der Gasbeschaffung gegenseitig zu überbieten.
„Spätestens im August beginnt das große Rennen aller Unternehmen und Länder um die verfügbaren Gasmengen“, sagte Felbermayr. „Das könnte die Preise weiter treiben und sich auch auf den Rechnungen der Verbraucher bemerkbar machen.“
Im Zuge des Iran-Krieges waren neben den Rohölpreisen auch die Gaspreise an den Weltmärkten in die Höhe geschossen. So wie beim Öl wird auch ein erheblicher Teil des weltweiten Handels mit Flüssig-Erdgas über die Schifffahrts-Straße von Hormus abgewickelt, die das Teheraner Mullah-Regime im Zuge der Kampfhandlungen weitgehend abgeriegelt hatte.
Der Österreicher Felbermayr gehört seit März dem deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“) an. Er leitet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) in Wien.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gasspeicher (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Gabriel Felbermayr fordert europäische und asiatische Zusammenarbeit zur Gasspeicherauffüllung.
- Er warnt vor möglichen Preiserhöhungen durch Wettbewerb um Gasmengen im Sommer.
- Gaspreise steigen aufgrund des Iran-Kriegs und Blockaden im Hormus-Gebiet.
Warum ist das wichtig?
- Bündelung der Marktmacht zur Reduzierung von Beschaffungskosten für Erdgas
- Verhinderung von Wettbewerbsdruck zwischen Ländern um Gasmengen
- Einfluss auf Verbraucherpreise durch steigende Gaspreise vermeiden
Wer ist betroffen?
- EU-Staaten
- asiatische Länder
- Verbraucher
Zahlen/Fakten?
- Europäische und asiatische Staaten sollen Marktmacht bündeln.
- Spätestens im August beginnt das Rennen um verfügbare Gasmengen.
- Gaspreise sind durch den Iran-Krieg gestiegen.
Wie geht’s weiter?
- Bildung einer europäischen und asiatischen Einkaufsgemeinschaft für Gas
- Sicherstellung der Gasspeicherung vor dem Sommer
- Vermeidung eines Bieterverfahrens unter den Ländern und Unternehmen
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