Grünen verlangen von Spahn Erklärung in Leihmutter-Debatte

17. Juli 2026
1 min Lesezeit

Gesellschaftliche Debatte um Leihmutterschaft in
Berlin () – Grünen-Chef Felix Banaszak hat Unions-Fraktionschef Jens Spahn in der Leihmutter-Diskussion zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert. Das private Handeln Spahns stehe im Widerspruch zu seiner politischen Positionierung in der Frage, sagte Spahn dem Talk-Format „Stimme am Morgen“ des TV-Senders der „Welt“.

Die ethische Frage, die dahinterstehe, sei tatsächlich nicht trivial. Es habe vermutlich Gründe, warum sich Jens Spahn in der Vergangenheit so positioniert habe, wie er das getan habe. Und deswegen stehe es erst mal in einem Widerspruch zu seinem eigenen Agieren an dieser Stelle, so Banaszak. Spahn habe gesagt, er stehe dafür für Fragen zur Verfügung und wolle die auch gerne beantworten. Das müsse er jetzt auch tun.

Er sei selbst glücklicher und dankbarer Vater und wünsche Jens Spahn und seinem Ehemann alles Gute, erklärte Banaszak. Er wolle die persönliche Ebene von einer politischen Bewertung trennen. Der politische Widerspruch aber bleibe bestehen: Es sei immer besser, wenn man im Einklang mit dem lebe, was man in sein eigenes Programm schreibe und auch politisch von anderen erwarte. Und deswegen sei nachvollziehbar, dass das auch insbesondere in der Union für Irritationen sorge – und auch über die Union hinaus. Aber er möchte die persönliche Entscheidung von Jens Spahn an dieser Stelle nicht bewerten.

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sich beim Thema Leihmutterschaft distanzierend zum CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn geäußert. „Für mich persönlich wäre es nicht der richtige Weg“, sagte Evers dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). Evers ist wie Spahn mit einem Mann verheiratet.

Er sehe das ethische Spannungsfeld, in dem sich dieses Thema und die Frage nach der Legalisierung der Leihmutterschaft bewegten, sagte Evers. „Es gibt jetzt eine schwierige politische Debatte.“

Das Thema Leihmutterschaft sei eines, „bei dem es echt schwer ist, Position zu beziehen“, sagte der CDU-Spitzenkandidat. „Ich sage ganz ehrlich: Ich glaube, wir Männer sind die Falschen, um diese Frage zu beantworten.“

Scharfe Kritik kam von Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie bezeichnete Spahns Verhalten gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „bigott und heuchlerisch“. Es passe nicht zusammen, eine Leihmutter aus dem Ausland zu bezahlen „und gleichzeitig hier polemisch gegen Leihmutterschaft Politik zu machen“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jens Spahn (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Grünen verlangen von Spahn Erklärung in Leihmutter-Debatte

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Grünen-Chef Felix Banaszak forderte Unions-Fraktionschef Jens Spahn wegen der Leihmutter-Diskussion zu einer persönlichen Erklärung auf, weil sein privates Handeln zu seiner politischen Positionierung im Widerspruch stehe
  • CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers distanzierte sich von Spahn und sagte, Leihmutterschaft wäre für ihn persönlich nicht der richtige Weg, es gebe eine schwierige politische Debatte
  • Bettina Jarasch kritisierte Spahns Verhalten gegenüber dem „Tagesspiegel“ als bigott und heuchlerisch und monierte den Widerspruch zwischen Bezahlung einer Leihmutter und polemischer Kritik an Leihmutterschaft

Warum ist das wichtig?

  • Spahn wird wegen Widerspruchs zwischen privatem Handeln und politischer Positionierung in der Leihmutter-Debatte kritisiert, was die Glaubwürdigkeit politischer Aussagen betrifft
  • Die ethische und rechtliche Frage der Leihmutterschaft bleibt politisch umstritten und führt zu schwierigen Debatten innerhalb und über Parteien hinweg
  • Offene Kritik aus der Politik (u. a. als heuchlerisch bezeichnet) zeigt, wie stark persönliche Entscheidungen die öffentliche Bewertung und Diskussion beeinflussen

Wer ist betroffen?

  • Jens Spahn
  • Ehemann von Jens Spahn
  • Stefan Evers

Zahlen/Fakten?

  • Keine Angabe

Wie geht’s weiter?

  • Felix Banaszak fordert Jens Spahn auf, eine persönliche Erklärung abzugeben, weil sein privates Handeln im Widerspruch zu seiner politischen Position zur Leihmutterschaft stehe
  • Stefan Evers distanziert sich: Für ihn wäre Leihmutterschaft nicht der richtige Weg, es gebe zudem eine schwierige politische Debatte
  • Bettina Jarasch kritisiert Spahn scharf als bigott und heuchlerisch, weil er eine Leihmutter aus dem Ausland bezahlt habe und zugleich politisch polemisiere
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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