Klimapolitik: Wasserknappheit in Berlin
Berlin () – Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat vor Wasserknappheit in Deutschland gewarnt. Das Thema Wasser werde unterschätzt, sagte Schneider dem „Spiegel“. Deutschland sei bisher ein wasserreiches Land gewesen, aber das ändere sich gerade.
Es gehe jetzt darum, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Orte auch in zehn oder 20 Jahren noch lebenswert seien und Unternehmen weiter produzieren könnten. „Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, sagte Schneider.
Vor allem in Ballungsräumen werde es Probleme geben, sagte der Minister. „Nehmen wir Berlin: Die Wasserversorgung dort hängt maßgeblich von der Spree ab. Die fließt jetzt schon an manchen Tagen rückwärts.“ Man wisse, dass da in Zukunft nicht mehr genug Wasser ankomme, weil das abgepumpte Wasser aus den Braunkohletagebauen in der Lausitz wegfalle.
Es gebe daher etwa die Idee, einen Teil des Elbwassers über eine gewaltige Leitung in die Spree zu pumpen. „Der eine oder andere in der Hauptstadt wäre sicher dafür, aber fragen Sie mal in Sachsen, Hamburg oder Tschechien nach. Wenn sich die Trockenheit verschärft, droht da ein Großkonflikt“, so Schneider.
Aufgrund der menschengemachten Erderhitzung werden in bestimmten Gebieten Dürren häufiger und heftiger, beispielsweise in Europa, im Mittelmeerraum, im südlichen Afrika, in Zentral- und Ostasien, in Südaustralien und im Westen Nordamerikas. Die Situation wird verschärft, solange durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht werden.
An Land verdunstet mehr Wasser und Böden werden trockener, wenn die Atmosphäre wärmer ist. Außerdem ändert sich durch den Klimawandel die Niederschlagsverteilung, sodass in kürzerer Zeit mehr Niederschlag fällt. Weil Starkregen die Landoberfläche schneller sättigt, sickert weniger Wasser tiefer in die Böden, sondern läuft direkt in die Flüsse ab. Fällt dieselbe Niederschlagsmenge als milder Regen über einen längeren Zeitraum, dann ist es wahrscheinlicher, dass Bodenfeuchte und Grundwasserreserven erhalten bleiben.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wasserflaschen (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Bundesumweltminister Carsten Schneider warnt vor zunehmender Wasserknappheit in Deutschland und kündigt ernsthafte Konflikte um Wasser an
- In Ballungsräumen wie Berlin könne es künftig Probleme geben, weil die Wasserversorgung stark von der Spree abhängt, die teils bereits rückwärts fließt
- Als mögliche Maßnahme wird diskutiert, Elbwasser über eine große Leitung in die Spree zu pumpen, was bei Verschärfung der Trockenheit zum Großkonflikt führen könne
Warum ist das wichtig?
- Wasserknappheit in Deutschland wird zunehmen und es drohen künftig ernsthafte Konflikte um Wasser auch innerhalb des Landes
- In Ballungsräumen wie Berlin hängt die Wasserversorgung stark vom Fluss (Spree) ab; bei rückläufigen Wasserverhältnissen und wegfallenden Zuflüssen entstehen Versorgungsrisiken
- Klimawandel verstärkt Trockenheit und verändert Niederschläge so, dass weniger Wasser in Böden und Grundwasser gelangt und dadurch die Wasserverfügbarkeit sinkt
Wer ist betroffen?
- Menschen in Deutschland, insbesondere in Ballungsräumen wie Berlin, da die Wasserversorgung dort von der Spree abhängt
- Regionen, die bei Trockenheit besonders betroffen sind, etwa Europa, Mittelmeerraum, Südliches Afrika sowie Zentral- und Ostasien
- Sachsen, Hamburg und auch Tschechien, falls Elbwasser über eine Leitung zur Spree gepumpt werden soll und es bei weiterer Trockenheit zu Konflikten kommt
Zahlen/Fakten?
- Warnung vor Wasserknappheit in Deutschland; künftig ernsthafte Konflikte um Wasser auch in Deutschland möglich
- Wasserversorgung in Berlin hängt maßgeblich von der Spree ab; die Spree fließt laut Text an manchen Tagen bereits rückwärts
- Dürren werden laut Text in bestimmten Gebieten häufiger und heftiger, u.a. in Europa und im Mittelmeerraum, südliches Afrika, Zentral- und Ostasien, Südaustralien und Westen Nordamerikas
Wie geht’s weiter?
- Die Bundesregierung will Voraussetzungen schaffen, damit Orte auch in zehn oder 20 Jahren lebenswert bleiben und Unternehmen weiter produzieren können
- Es soll ernsthafte Konflikte um Wasser auch innerhalb Deutschlands geben, besonders in Ballungsräumen wie Berlin, deren Wasserversorgung stark von der Spree abhängt
- Diskutiert wird, einen Teil des Elbwassers über eine große Leitung in die Spree zu pumpen, um Engpässe auszugleichen
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