Bericht: Mutmaßlicher CSD-Attentäter kritisierte Haftbedingungen

29. Juli 2026
1 min Lesezeit

Panorama : Terrorfall nach CSD

Berlin () – Der mutmaßliche CSD-Attentäter soll im Sommer 2025 im Gefängnis im von Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Beirut besucht worden sein. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf einen internen Behördenvermerk. Auch ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts soll demnach bei dem Besuch in Untersuchungshaft dabei gewesen sein.

Der Tatverdächtige bestritt damals Terrorpläne. Er habe nur „Bewunderung und Empathie“ für den „Islamischen Staat“ (IS). Ähnlich soll er sich später vor einem Militärgericht geäußert haben. Er habe die Videos der Terrormiliz nur aus Interesse angeschaut und „Mitleid“ mit deren Kämpfern gehabt, heißt es in dem Bericht.

Der mutmaßliche CSD-Attentäter beklagte sich laut der Unterlagen auch über die „schlimmen“ Haftbedingungen im Libanon: Er sitze mit anderen Gefangenen in einer sechs Quadratmeter kleinen Zelle und könne nur alle vier Tage duschen und die Kleidung wechseln. Das habe er mehrfach verweigert.

Im Oktober 2025 verurteilte ihn das libanesische Militärgericht zu drei Monaten Gefängnis wegen „Anstiftung zu religiösen Konflikten“. Auch bei der Verhandlung soll laut „Spiegel“ eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft dabei gewesen sein. Zuvor hatte demnach offenbar eine deutlich höhere Haftstrafe von drei bis fünf Jahren wegen „Terrorismusfinanzierung“ im Raum gestanden. So sei es der deutschen Auslandsvertretung in Beirut mitgeteilt worden.

Der spätere Tatverdächtige kam auf freien Fuß. Laut „Spiegel“ brachte ihn sein Vater aus dem Libanon zurück nach Berlin. Dort nahmen ihn Polizisten im November 2025 am Flughafen fest. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn später zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur „Vorbewährung“.

Am vergangenen Samstag soll der Verdächtigte einen Van angemietet haben und im Großen Tiergarten in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren sein. Eine Frau starb, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Dass der Verdächtigte der Täter war, gilt laut Behörden inzwischen als gesichert. Im Auto sollen die Ermittler Spuren seiner DNA und sein Handy gefunden haben. Darauf soll sich ein Video mit einem Treueschwur auf den IS befunden haben.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Tatort nach Todesfahrt beim CSD am 26.07.2026

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Bericht: Mutmaßlicher CSD-Attentäter kritisierte Haftbedingungen

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Der mutmaßliche CSD-Attentäter soll im Sommer 2025 in Untersuchungshaft im Libanon von Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Beirut besucht worden sein, laut einem internen Behördenvermerk auch mit einem Verbindungsbeamten des BKA
  • Der Verdächtige soll Haftbedingungen kritisiert und Terrorpläne bestritten haben; er wurde im Oktober 2025 wegen „Anstiftung zu religiösen Konflikten“ verurteilt und kam später nach Berlin, wo er im November 2025 am Flughafen festgenommen und später zu einer Jugendstrafe verurteilt wurde
  • Am vergangenen Samstag soll er mit einem angemieteten Van in eine Menschenmenge im Großen Tiergarten gefahren sein; eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt, und Ermittler sollen DNA-Spuren sowie ein Handy und darauf ein Video mit Treueschwur auf den IS gefunden haben

Warum ist das wichtig?

  • Besuch des mutmaßlichen Täters in libanesischer Untersuchungshaft durch deutsche Behörden ist wichtig, um internationale Zusammenarbeit und mögliche Einflussnahme/Informationslage zu beurteilen
  • Haftbedingungen und frühere Aussagen zum IS sowie juristische Verläufe liefern Hinweise auf Motivation und mögliche Radikalisierung
  • Ermittlungsfunde wie DNA und Handy mit Treueschwur sind wichtig, um die Täterschaft und den Zusammenhang zum IS zu sichern und strafrechtlich zu untermauern

Wer ist betroffen?

  • Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Beirut
  • Ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts
  • Der mutmaßliche CSD-Attentäter

Zahlen/Fakten?

  • Sommer 2025: Besuch des mutmaßlichen CSD-Attentäters im Gefängnis im Libanon (u.a. durch Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Beirut; Verbindungsbeamter des BKA dabei)
  • Sechs Quadratmeter Zelle, Duschen und Kleidung wechseln nur alle vier Tage; Essen mehrfach verweigert
  • Oktober 2025: drei Monate Gefängnis wegen „Anstiftung zu religiösen Konflikten“; vorab Haftstrafe von drei bis fünf Jahren wegen „Terrorismusfinanzierung“ im Raum gestanden

Wie geht’s weiter?

  • Hinweise zu weiteren Ermittlungen und der gesicherten Täterschaft anhand von Spuren seiner DNA und seines Handys inklusive eines Videos mit einem Treueschwur auf den IS
  • Weitere juristische Aufarbeitung der Tat mit Blick auf die bereits erfolgten Verurteilungen im Libanon und in Berlin
  • Fortgang der Aufklärung von möglichen Kontakten und Hintergründen der Tat zwischen Haft, Aussagen und Festnahme sowie dem späteren Handeln in Berlin
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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