Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Pflegeversicherung: Diskussion über Eigenheim in Berlin
Berlin () – In der Debatte um die Reform der Pflegeversicherung kritisiert die SPD den Vorschlag von Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann (CDU), für die Kosten der Pflege im Alter auch Wohneigentum heranzuziehen.
„Wer fordert, selbstgenutztes Wohneigentum oder private Rücklagen künftig stärker zur Finanzierung von Pflege heranzuziehen, muss den Menschen ehrlich sagen, was das konkret bedeutet“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Christos Pantazis, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben).
Für viele Familien sei das Eigenheim keine Luxusreserve, „sondern Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und ein zentraler Bestandteil ihrer Altersvorsorge“, so Pantazis. Die Menschen erwarteten zu Recht Verlässlichkeit und Sicherheit, wenn sie im Alter auf Pflege angewiesen seien – und nicht die Sorge, ihr Zuhause oder ihre Lebensleistung zu verlieren.
Kritik kam auch vom Verband Wohneigentum mit Sitz in Bonn. Wohneigentum bedeute Sicherheit, „für sich und für die nächste Generation“, sagte Bundesgeschäftsführerin Verena Örenbas den Zeitungen. „Was Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann offenbar nicht beachtet: Das Eigenheim wird im Pflegefall längst herangezogen – und ist nur in speziellen Fällen geschützt.“ Ein Beispiel sei, wenn das Haus oder die Wohnung noch selbst bewohnt werde oder der Ehepartner noch darin wohne.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Forderungen nach „immer mehr privater Vorsorge“ würden „immer absurder und tatsächlich zynischer“. Schon heute könnten sich viele Menschen Pflege nicht mehr leisten, so Bentele. „Pflege macht heute schon arm.“
Bei Stegemanns Vorschlägen sei unklar, ob er sich auf die Leistungen aus der Pflegeversicherung oder auf die Hilfe zur Pflege beziehe, wenn das eigene Geld für eine Unterbringung im Heim nicht ausreiche. „Tatsächlich ist sein Vorschlag in beiden Fällen abzulehnen“, so Bentele.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wohnhäuser (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- SPD kritisiert Vorschlag von Albert Stegemann, Wohneigentum für Pflegekosten heranzuziehen.
- Verband Wohneigentum betont Eigenheim ist bereits im Pflegefall betroffen und wichtig für die Altersvorsorge.
- Sozialverband VdK warnt, dass viele Menschen sich Pflege nicht leisten können, Pflege macht arm.
Warum ist das wichtig?
- Eigenheim ist zentrale Altersvorsorge für viele Familien.
- Menschen erwarten Sicherheit im Alter, nicht die Angst, ihr Zuhause zu verlieren.
- Forderungen nach privater Vorsorge können Menschen finanziell überfordern.
Wer ist betroffen?
- Menschen im Alter, die Pflege benötigen
- Familien mit Wohneigentum
- mögliche zukünftige Generationen, die betroffen sein könnten
Zahlen/Fakten?
- Vorschlag von Albert Stegemann kritisiert, Eigenheim zur Pflegefinanzierung heranzuziehen
- Eigenheim ist Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit, zentral für Altersvorsorge
- Pflege macht viele Menschen bereits arm, es Bedarf an Verlässlichkeit im Alter
Wie geht’s weiter?
- Diskussion um Reform der Pflegeversicherung weiterhin angespannt
- Kritik an der Idee, Wohneigentum zur Pflegefinanzierung heranzuziehen
- Unklarheit über die geplanten Leistungen und deren Auswirkungen auf Betroffene
- CDU will Kinder mehr an Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen - 30. Mai 2026
- Weber pocht auf Ausbau der Atomenergie - 30. Mai 2026
- Weber drängt CSU zu Neuausrichtung - 30. Mai 2026

