Ökonom Werding rät Koalition zu tiefgreifenderen Rentenreformen

17. November 2025
1 min Lesezeit

Ökonom Werding rät Koalition zu tiefgreifenderen Rentenreformen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Rentenreformen und demografische Herausforderungen in Deutschland

() – Im unionsinternen Streit um das von der Bundesregierung geplante Rentenpaket rät der Wirtschaftsweise Martin Werding der Koalition, direkt in tiefgreifendere Rentenreformen einzusteigen. Sowohl die befristete Haltelinie als auch die Ausweitung der Mütterrente seien mit Blick auf die demografische Alterung rentenpolitische Schritte in die falsche Richtung, sagte Werding den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben).

„Wegen der geplanten Steuerfinanzierung und der Lücken in der Finanzplanung der Bundesregierung sind sie auch finanzpolitisch eigentlich nicht machbar. So gesehen sollte die Koalition am besten beide Vorschläge vom Tisch nehmen und direkt in die Diskussionen zu längerfristig orientierten Reformen der Sozialversicherungen einsteigen, die sie zwischenzeitlich angekündigt hat“, so Werding, der Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität lehrt. Politisch erscheine ihm das im aktuellen Diskussionsklima zwar „äußerst schwierig“, so der Ökonom weiter. „Aber im Grunde wäre es mutig und klug.“

Das Rentenpaket steht im Bundestag derzeit wegen eines unionsinternen Streits auf der Kippe. Hintergrund ist die Drohung der 18 Abgeordneten der sogenannten Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag, die Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern. Sollten ihre Stimmen bei dem Votum im Bundestag fehlen, hätte die Koalition alleine keine Mehrheit.

Die jungen Unionsmitglieder stören sich vor allem an der geplanten Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent über das Jahr 2031 hinaus. Dieses gehe zulasten der jungen Menschen. Die SPD pocht auf die Verabschiedung der vom Kabinett beschlossenen Rentenpläne zur Stabilisierung des Rentenniveaus.

Ökonom Hans-Werner Sinn warnt unterdessen eindringlich vor den sozialen und finanziellen Lasten, die auf der jungen Generation in lasten. „Die Situation der Jungen ist fatal“, sagt Sinn dem Nachrichtenportal T-Online.

Während die Babyboomer-Generation zu wenige Kinder bekommen habe, um das Rentensystem zu tragen, mache sie nun hohe Schulden, „um für sich die Konsequenzen zu vermeiden – während die Jungen die Schulden an der Backe haben“. So fasst es Sinn zusammen.

Sinn erwartet, dass die demografischen Folgen bald deutlich sichtbar werden: „Wir werden bei den Babyboomern eine schlimme Altersarmut und Pflegebedürftigkeit beobachten.“ Das werde voraussichtlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken führen. „Der liebe Gott wird unser demografisches Problem nicht lösen“, mahnt Sinn. „Das müssen wir schon selbst tun.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Martin Werding am 12.11.2025

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Wirtschaftsweise Martin Werding rät der Koalition zu tiefgreifenden Rentenreformen.
  • Unionsinternen Streit über geplantes Rentenpaket, insbesondere über die Stabilisierung des Rentenniveaus.
  • 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe drohen, Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern.

Warum ist das wichtig?

  • Notwendigkeit für tiefgreifende Rentenreformen statt kurzfristiger Lösungen
  • Finanzielle Machbarkeit der geplanten Maßnahmen ist fraglich
  • Dringender Handlungsbedarf zur Vermeidung von sozialer Ungerechtigkeit für die junge Generation

Wer ist betroffen?

  • Junge Menschen
  • 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe der Unionsfraktion
  • Babyboomer-Generation

Zahlen/Fakten?

  • 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe der Unionsfraktion drohen mit Verhinderung des Rentenpakets
  • Rentenniveau soll bei 48 Prozent bis 2031 stabilisiert werden
  • Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor Altersarmut und Pflegebedürftigkeit der Babyboomer-Generation

Wie geht’s weiter?

  • Koalition soll tiefgreifendere Rentenreformen einleiten
  • Vorschläge der Mütterrente und Stabilisierung des Rentenniveaus überdenken
  • Diskussionen zu langfristigen Reformen der Sozialversicherungen erforderlich
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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