Politik in Berlin: Tabaksteuererhöhung
Berlin () – Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), hat sich für eine höhere Tabaksteuer ausgesprochen.
„Die deutliche Erhöhung der Tabaksteuer ist eine richtige Entscheidung“, sagte Streeck der „Frankfurter Rundschau“ von Ippen-Media. „Der Preis ist einer der wirksamsten Hebel, um Jugendliche vom Einstieg abzuhalten und Raucher beim Ausstieg zu unterstützen.“ Zugleich gehe es um ein „klares ordnungspolitisches Prinzip“, sagte Streeck. „Es ist falsch, Gewinne zu privatisieren und die gesundheitlichen Folgekosten der Allgemeinheit zu überlassen.“
Tabak verursache jedes Jahr rund 30 Milliarden Euro direkte Kosten im Gesundheitswesen und weitere 67 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Schäden. „Deshalb gehört ein fester Teil der zusätzlichen Einnahmen in Prävention, Rauchentwöhnung, Kontrollen und Behandlung.“ Die höhere Tabaksteuer dürfe daher „nicht nur den Bundeshaushalt entlasten“, forderte Streeck. „Sie muss dazu beitragen, Abhängigkeit zu verhindern, Krankheit zu vermeiden und Leben zu schützen.“
Wie am Montag bekannt geworden war, soll die Tabaksteuer stärker steigen als zunächst angenommen. „Die Regierungsfraktionen haben entschieden, die im Regierungsentwurf vorgesehenen Steuertarife noch einmal nach oben anzupassen“, verlautete es gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ aus Regierungskreisen. „So soll vor allem der Aspekt des Gesundheitsschutzes noch einmal gestärkt werden“, heißt es weiter. Zuvor hatte das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Demnach arbeitet die Bundesregierung an einer „schrittweisen“ Erhöhung der Tabaksteuer. Bis 2030 soll eine Packung durchschnittlich knapp zwölf Euro kosten, aktuell sind es etwa acht Euro. Geplant ist die Änderung für 2027. Dann würde eine Packung Zigaretten 9,10 Euro kosten, 2028 wären es 9,91 Euro. 2029 sollen 10,81 Euro und 2030 11,78 Euro fällig werden. Der Tabaksteueranteil würde sich von etwa vier Euro bis 2030 auf 6,19 Euro erhöhen. Auch die Besteuerung von Feinschnitt, also von Tabak für selbstgedrehte Zigaretten, soll demnach steigen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Hendrik Streeck (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Hendrik Streeck fordert eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer zur Abschreckung von Jugendlichen und zur Unterstützung des Rauchstopps
- Die Regierungsfraktionen passen die Steuertarife im Entwurf nach oben an; bis 2030 soll eine Packung durchschnittlich knapp zwölf Euro kosten, der Tabaksteueranteil steigt entsprechend
- Die höheren Einnahmen sollen für Prävention, Rauchentwöhnung, Kontrollen und Behandlung verwendet werden, statt allein den Bundeshaushalt zu entlasten
Warum ist das wichtig?
- Höhere Tabaksteuer soll Jugendliche vom Einstieg abhalten und Raucher beim Ausstieg unterstützen
- Zusätzliche Einnahmen sollen in Prävention, Rauchentwöhnung, Kontrollen und Behandlung fließen und Abhängigkeit verhindern sowie Leben schützen
- Gesundheitliche Kosten werden adressiert, da Tabak jährlich hohe direkte und volkswirtschaftliche Schäden verursacht
Wer ist betroffen?
- Jugendliche als Zielgruppe, um vom Einstieg abgehalten zu werden
- Raucher, um beim Ausstieg unterstützt zu werden
- Die Allgemeinheit, die gesundheitliche Folgekosten trägt
Zahlen/Fakten?
- 30 Milliarden Euro direkte Kosten pro Jahr im Gesundheitswesen
- 67 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Schäden pro Jahr
- Bis 2030 soll eine Packung durchschnittlich knapp 12 Euro kosten (aktuell ca. 8 Euro)
Wie geht’s weiter?
- Bundesregierung plant eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer, mit Zielpreisen bis 2030 (knapp zwölf Euro pro Packung) und Inkrafttreten 2027
- Zusätzliche Einnahmen sollen künftig stärker in Prävention, Rauchentwöhnung, Kontrollen und Behandlung fließen
- Steigerungen sollen vor allem den Gesundheitsschutz stärken und den Einstieg Jugendlicher sowie Abhängigkeit verhindern
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