Alice Schwarzer erteilt Manuel Hagel Absolution – "kein Sexismus"

19. März 2026
1 min Lesezeit

Alice Schwarzer erteilt Manuel Hagel Absolution – "kein Sexismus"

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaft und Feminismus in Stuttgart

/ () – Alice Schwarzer sieht in den Vorwürfen gegen den CDU-Politiker Manuel Hagel wegen eines zurückliegenden Schulbesuchs keinen Fall von Sexismus.

„Mir schien dieser Wahlkampf keineswegs feministisch. Im Gegenteil: Dieses acht Jahre zurück liegende Alt-Herren-Benehmen eines konservativen jungen Mannes war kaum der Rede wert und kein Sexismus“, sagte Schwarzer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Debatte um Hagels Blick auf Mädchen wertete sie kritisch: „Die Klage war also eher ein wahltaktisches Manöver als ein feministischer Akt.“

Erschüttert zeigte sich Schwarzer hingegen über die gesellschaftlichen Abgründe im Pelicot-Prozess. Es sei erschreckend, dass so viele „ganz normale Männer nebenan“ mitgemacht hätten. Schwarzer appellierte dabei auch an Frauen: „Ich denke, in einem ersten Schritt müssen die Frauen selber lernen, genauer hinzuschauen – und weniger wegzuschauen. Erst dann werden sich auch manche Männer wirklich ändern“, sagte die Feministin. „Von den 50 Ehefrauen der 50 angeklagten Mitvergewaltiger im Fall Pelicot zum Beispiel war nicht eine bereit, das Angebot der Polizei wahrzunehmen, ihr Haar darauf untersuchen zu lassen, ob nicht auch sie schon unwissentlich unter Drogen gesetzt wurde.“

Massive Kritik übte Schwarzer an der deutschen Rechtsprechung bei Sexualdelikten: „Nur jeder 100. Vergewaltiger wird in letztendlich auch verurteilt. Da muss etwas passieren!“, sagte die 83-Jährige. Hoffnung setze sie in Justizministerin Stefanie Hubig und ihre Initiative gegen den Handel mit K.o.-Tropfen.

Auch zur aktuellen Sprachentwicklung fand Schwarzer deutliche Worte. Zwar sei das Gendern einst von „klugen Linguistinnen“ eingeführt worden, um Frauen sichtbar zu machen, doch die heutige Praxis lehne sie ab: „Mit den heutigen Auswüchsen des Genderns wollen diese Linguistinnen selber längst nichts mehr zu tun haben. Mit den Sternchen, Unterstrichen und Doppelpunkten, die für winzige Bevölkerungsgruppen hinterm Komma stehen sollen. Das ist in der Tat absurd.“

Für einen gesellschaftlichen Wandel müsse man sich laut Schwarzer auf jene Männer besinnen, die offen für Veränderung sind. Während ein Drittel der Männer „Machos“ und ein weiteres Drittel „feige Unentschlossene“ seien, gebe es ein Drittel „Feministen, zumindest schon mal theoretisch“. Schwarzer resümierte: „Auf sie müssen die Frauen sich konzentrieren.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Manuel Hagel (Archiv)

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




4,3/5 (29 Bewertungen)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Alice Schwarzer hält die Vorwürfe gegen Manuel Hagel für nicht sexistisch und betrachtet sie als wahltaktisches Manöver.
  • Sie kritisiert die gesellschaftlichen Abgründe im Pelicot-Prozess und die mangelnde Bereitschaft von Frauen, auf Drogenuntersuchungen einzugehen.
  • Schwarzer übt massive Kritik an der deutschen Rechtsprechung bei Sexualdelikten und fordert Veränderungen.

Warum ist das wichtig?

  • Einschätzung von Vorwürfen gegen Manuel Hagel als nicht sexistisch wichtig für die Wahrnehmung von Geschlechterrollen.
  • Gesellschaftliche Abgründe im Pelicot-Prozess verdeutlichen dringenden Handlungsbedarf in der Aufklärung und Rechtsprechung bei Sexualdelikten.
  • Kritik an der aktuellen Genderdebatte zeigt, wie Sprachentwicklung gesellschaftliche Normen beeinflussen kann.

Wer ist betroffen?

  • Manuel Hagel
  • Frauen im Fall Pelicot
  • Justizministerin Stefanie Hubig

Zahlen/Fakten?

  • Jeder 100. Vergewaltiger wird in Deutschland verurteilt.
  • Von 50 Ehefrauen der angeklagten Mitvergewaltiger war keine bereit, ihr Haar untersuchen zu lassen.
  • Ein Drittel der Männer sind "Machos", ein Drittel "feige Unentschlossene", ein Drittel sind "Feministen".

Wie geht’s weiter?

  • Fortsetzung der Debatte über gesellschaftliche Abgründe
  • Stärkere Aufmerksamkeit der Frauen auf Missstände
  • Forderung nach Reformen in der deutschen Rechtsprechung bei Sexualdelikten
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Don't Miss