Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Verteidigungspolitik: Boris Pistorius in Berlin
Berlin () – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) widerspricht US-Präsident Donald Trump, der den europäischen Nato-Soldaten einen angeblich schwachen Einsatz im Afghanistankrieg vorgeworfen hatte.
Pistorius sagte der „Bild“: „Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben. Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar.“
Nachdem Trump behauptet hatte, die europäischen Soldaten wären „ein Stück abseits der Frontlinien“ im Einsatz gewesen, erinnerte Pistorius daran, das gemeinsame Ziel der USA, Deutschlands und weiterer Nato-Verbündeter sei „die Bekämpfung der Basis des internationalen islamistischen Terrorismus“ gewesen. Deutschlands Soldaten seien insgesamt 19 Jahre lang in Afghanistan im Einsatz gewesen, und Deutschland habe „einen hohen Preis bezahlt“: „59 Soldaten und drei Polizisten sind in Gefechten, durch Anschläge oder Unfälle ums Leben gekommen. Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter den Verletzungen aus dieser Zeit. Seelisch wie körperlich. Genauso wie ihre Angehörigen, die den Schmerz ein Leben lang in sich tragen werden.“ Pistorius verspricht: „Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten. Ganz egal, von wem das infrage gestellt wird. Sie sind nie vergessen.“
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich gegenüber der „Bild am Sonntag“ ähnlich: „Unsere Soldaten haben Leib und Leben riskiert, viele sind dabei leider gestorben. Sie haben im Dienst für unser Land, die Demokratie und den Frieden Großartiges geleistet – und unseren höchsten Respekt verdient. Jeder einzelne Verlust trifft uns bis heute extrem hart.“
Der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) zeigte sich irritiert über Trump: Bislang sei die Einsatzbereitschaft Deutschlands „von unseren amerikanischen Freunden stets anerkannt“ worden. „Umso unverständlicher ist Präsident Trumps Aussage – ob aus politischem Kalkül oder aus Unkenntnis. Die Stärke der Nato liegt im Zusammenhalt.“
Noch deutlicher wird Hendrik Hoppenstedt (CDU), Parlaments-Geschäftsführer der Unionsfraktion. Hoppenstedt sagte der „Bild am Sonntag“: „Präsident Trump vergiftet nicht nur weiter die transatlantische Freundschaft. Seine Herabsetzung des europäischen Afghanistan-Einsatzes ist eine Verhöhnung unserer Gefallenen, eine Beleidigung der Hinterbliebenen und eine inakzeptable Herabwürdigung unserer Streitkräfte insgesamt. Wir sollten uns weiterhin so schnell wie möglich von der US-Abhängigkeit lösen. Die ersten Schritte gehen wir bereits durch die massive Aufrüstung.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Boris Pistorius am 20.01.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Boris Pistorius widerspricht Donald Trump bezüglich der Kritik an europäischen Nato-Soldaten im Afghanistankrieg.
- Pistorius betont die Einsatzbereitschaft und Opferbereitschaft der Bundeswehr über 19 Jahre in Afghanistan.
- Markus Söder und andere Politiker unterstützen Pistorius und kritisieren Trumps Aussagen als beleidigend und unverständlich.
Warum ist das wichtig?
- Wertschätzung der Leistungen deutscher Soldaten und deren Opfer im Afganistankrieg
- Betonung der transatlantischen Zusammenarbeit und gemeinsamen Ziele im Kampf gegen Terrorismus
- Kritik an der Gefährdung der angestrebten NATO-Einheit durch abwertende Äußerungen des US-Präsidenten
Wer ist betroffen?
- Bundeswehr und Soldaten in Afghanistan
- Angehörige der Gefallenen und Verwundeten
- Politiker und führende Vertreter aus Deutschland (z. B. Boris Pistorius, Markus Söder, Henning Otte)
Zahlen/Fakten?
- 19 Jahre lang im Einsatz in Afghanistan
- 59 Soldaten und 3 Polizisten ums Leben gekommen
- Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter Verletzungen
Wie geht’s weiter?
- Stärkung der transatlantischen Beziehungen
- Weiterhin Anerkennung der Einsätze der Bundeswehr
- Schritte zur Reduzierung der US-Abhängigkeit durch Aufrüstung
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