Gesellschaft: Debatte um neuen Zivildienst in Berlin
Berlin () – Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, lehnt die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen neuen Zivildienst ab.
„Junge Menschen sind kein Lückenbüßer für einen Sozialstaat, den die Bundesregierung über Jahre kaputtgespart hat“, sagte Schwerdtner der Funke-Mediengruppe. Ein verpflichtender Zivildienst drohe, reguläre und tariflich bezahlte Arbeit zu verdrängen. „In der Pflege, den Rettungsdiensten oder sozialen Einrichtungen brauchen wir gut ausgebildete und ordentlich bezahlte Beschäftigte statt staatlich verpflichteter Billigarbeitskräfte.“
Die Bundesregierung trifft nach eigenen Angaben Vorkehrungen für die Einführung eines neuen Zivildienstes für den Fall, dass auch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte. „Der Staat sollte jungen Menschen nicht vorschreiben, wie sie ein Jahr ihres Lebens zu verbringen haben“, kritisierte die Linken-Vorsitzende. „Das gilt für die Wehrpflicht, genauso wie für den Zivildienst.“
Schwerdtner forderte: „Statt über neue Zwangsdienste zu diskutieren, sollten wir freiwilliges Engagement endlich attraktiv machen: mit einem gesetzlichen Recht auf einen Freiwilligendienst, einer Bezahlung, von der man leben kann, und einem kostenlosen Nahverkehr für alle Freiwilligen.“ Wer etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tun wolle, müsse jungen Menschen gute Angebote machen, statt sie zu verpflichten. „Freiwilligkeit statt Zwang wäre das richtige Signal.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Junge Leute (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Ines Schwerdtner lehnt die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen neuen Zivildienst ab
- Sie warnt, dass ein verpflichtender Zivildienst reguläre und tariflich bezahlte Arbeit verdrängen könnte
- Sie fordert stattdessen ein attraktives freiwilliges Engagement mit gesetzlichen Rechten, Bezahlung und kostenlosem Nahverkehr für Freiwillige
Warum ist das wichtig?
- Verdrängt ein verpflichtender Zivildienst reguläre, tariflich bezahlte Arbeit in Bereichen wie Pflege, Rettungsdiensten und sozialen Einrichtungen
- Statt Zwang sollte freiwilliges Engagement attraktiver gemacht werden, z.B. durch ein gesetzliches Recht auf Freiwilligendienst, existenzsichernde Bezahlung und kostenlosen Nahverkehr
- Der Staat sollte jungen Menschen nicht vorschreiben, wie sie ein Jahr ihres Lebens verbringen sollen, ebenso wie bei einer möglichen Wehrpflicht
Wer ist betroffen?
- Junge Menschen insgesamt, die von einem verpflichtenden neuen Zivildienst betroffen wären
- Beschäftigte in Pflege, Rettungsdiensten und sozialen Einrichtungen, deren reguläre Arbeit durch verpflichtende Billigarbeitskräfte verdrängt werden könnte
Zahlen/Fakten?
- Neue Zivildienst-Pläne der Bundesregierung für den Fall einer möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht
- Forderung nach freiwilligem Zivildienst mit gesetzlichem Recht auf Freiwilligendienst und Bezahlung, von der man leben kann
- Kostenloser Nahverkehr für alle Freiwilligen
Wie geht’s weiter?
- Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner lehnt die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen neuen Zivildienst ab und spricht sich gegen verpflichtende Billigarbeitskräfte aus
- Statt neuer Zwangsdienste fordert Schwerdtner ein attraktives freiwilliges Engagement mit gesetzlichem Recht auf einen Freiwilligendienst, angemessener Bezahlung und kostenlosem Nahverkehr für Freiwillige
- Freiwilligkeit statt Zwang soll das Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein
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