Miersch hält wirtschaftliche Notlage wegen Iran-Krieg für möglich

3. August 2026
1 min Lesezeit

Wirtschaftliche Vorsorge in
Berlin () – SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hält angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und dem und der Folgen für den Welthandel eine wirtschaftliche Notlage in für möglich.

„Ich denke dabei nicht nur an die Benzinpreise, sondern an die Störung ganzer Wertschöpfungsketten“, sagte Miersch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es ist denkbar, dass unsere Versorgung mit Grundstoffen wie Helium schwer gestört wird. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir in eine wirtschaftliche Notlage hineinschlittern.“ Es besorge ihn, dass offenbar nicht nur die Handelswege in der Straße von Hormus gestört seien, sondern auch darüber hinaus.

In einem solchen Fall müsse der Staat notfalls erneut massiv in die Wirtschaft eingreifen und die Bürger vor stark steigenden Energiepreisen schützen. Er wolle zwar keine Szenarien an die Wand malen, so Miersch: „Ich halte es aber für denkbar, dass der Staat etwa mit der massiven wirtschaftlichen Unterstützung in bestimmten Schlüsseltechnologien eingreifen muss. Das könnte zum Beispiel auch das Kurzarbeitergeld betreffen, mit dem wir gut durch Krisen gekommen sind“, sagte er weiter. Die Bundesregierung hatte die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes wegen der anhaltenden Wirtschaftsschwäche bis zum 31. Dezember 2026 auf bis zu 24 Monate verlängert. Danach gilt wieder die reguläre Bezugsdauer von zwölf Monaten.

Auch einen Preisdeckel auf Kraftstoffe schließt der SPD-Fraktionschef nicht aus. „Trotz aller Diskussionen war der Tankrabatt ein Erfolg – die Preise sind gesunken“, so der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Gegen hohe Spritpreise halte er „einen Preisdeckel wie in für denkbar“. In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium regelmäßig landesweite Höchstpreise für Benzin und Diesel fest. Tankstellen dürfen diese Preise nicht überschreiten, wohl aber günstiger anbieten.

Miersch wollte sich allerdings nicht festlegen, wie neue Hilfen dann finanziert werden sollen. „Das muss man dann sehen. In der Vergangenheit haben wir in einer wirtschaftlichen Notlage die Ausnahmeregelungen genutzt, die das Grundgesetz dafür vorsieht“, sagte er. Zugleich sagte der SPD-Politiker, er wolle „jetzt keine Debatte darüber lostreten, dass ich neue Schulden fordere“. Sollte sich die Lage jedoch zuspitzen, müsse der Staat handeln. „Es kann zu einer Situation kommen, in der wir abwägen müssen und sagen: Wir können nicht sehenden Auges die Wirtschaft einfach in den Ruin laufen lassen, sondern wir müssen gegensteuern. Gleiches gilt, wenn wir die Bevölkerung vor stark gestiegenen Energiepreisen schützen müssen. Da kann sich der Staat nicht raushalten.“

Gleichzeitig warnte er allerdings vor Übertreibungen: „Wir haben aktuell Wirtschaftswachstum, das will ich nicht kleinreden. Mir geht es um Vorsorge für den Fall, dass sich die Lage zuspitzt, nicht um Alarmismus.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Matthias Miersch (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Miersch hält wirtschaftliche Notlage wegen Iran-Krieg für möglich

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hält angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie dessen Folgen für den Welthandel eine wirtschaftliche Notlage in Deutschland für möglich
  • Er befürchtet Störungen von Wertschöpfungsketten bis hin zu Problemen bei der Versorgung mit Grundstoffen und fordert im Notfall erneute massive staatliche Eingriffe zur Stabilisierung sowie zum Schutz vor stark steigenden Energiepreisen
  • Er nennt mögliche Maßnahmen wie Unterstützung für Schlüsseltechnologien, mögliche Verlängerung/erneute Anwendung von Kurzarbeitergeld und hält zudem einen Preisdeckel auf Kraftstoffe für denkbar, ohne sich zur Finanzierung festzulegen

Warum ist das wichtig?

  • Mögliche Störungen von Wertschöpfungsketten und Versorgung mit Grundstoffen wie Helium könnten zu einer wirtschaftlichen Notlage in Deutschland führen
  • Der Staat müsste notfalls erneut massiv eingreifen, um Bürger vor stark steigenden Energiepreisen zu schützen und könnte dabei auch Instrumente wie Kurzarbeitergeld oder gezielte Unterstützung für Schlüsseltechnologien nutzen
  • Mögliche Maßnahmen wie ein Preisdeckel auf Kraftstoffe werden als Option gesehen, falls hohe Spritpreise anhalten

Wer ist betroffen?

  • Bürgerinnen und Bürger in Deutschland
  • Unternehmen durch gestörte Wertschöpfungsketten
  • Staat bzw. Wirtschaft (bei Notwendigkeit neuer massiver Eingriffe)

Zahlen/Fakten?

  • Benzinpreis, mögliche schwere Störung der Versorgung mit Grundstoffen wie Helium, Störung ganzer Wertschöpfungsketten
  • Kurzarbeitergeld: maximale Bezugsdauer bis 31. Dezember 2026 auf bis zu 24 Monate verlängert; danach regulär wieder 12 Monate
  • Luxemburg-Preisdeckel: Wirtschaftsministerium legt landesweite Höchstpreise für Benzin und Diesel fest; Tankstellen dürfen nicht überschreiten

Wie geht’s weiter?

  • Der Staat müsse notfalls erneut massiv in die Wirtschaft eingreifen und Bürger vor stark steigenden Energiepreisen schützen
  • Möglich wären Unterstützung für Schlüsseltechnologien und ggf. erneut Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld sowie ein Kraftstoff-Preisdeckel wie in Luxemburg
  • Finanzierungsfragen sollen offenbleiben, bei Zuspitzung müsse aber gegensteuert werden ohne Alarmismus
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