Politik: Rentenkommission in Berlin
Berlin () – Der CSU-Politiker Florian Dorn warnt davor, die „Rente mit 63“ entgegen der Empfehlung der Rentenkommission beizubehalten. „Die Abschaffung dieses Privilegs ist ein zentraler Baustein der Gesamtreform zur Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung“, sagte Dorn, der einer von drei Bundestagsabgeordneten in der Rentenkommission war, dem „Handelsblatt“.
„Wer die abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte beibehalten möchte, setzt damit die Grundlage für die Gesamtreform und damit die Stabilisierung der gesetzlichen Rente aufs Spiel“, warnte er. Das Privileg der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte koste die Solidargemeinschaft, also die Beitrags- und Steuerzahler, jährlich mehrere Milliarden Euro, fügte Dorn hinzu. Wenn es beibehalten werde, gehe dies auf Kosten der Generationengerechtigkeit, auf Kosten einer höheren Beitragssatzentwicklung und auf Kosten der Stabilisierung der gesetzlichen Rentenentwicklung.
Ohnehin habe die Alterssicherungskommission nicht die komplette Abschaffung empfohlen, sondern wolle sie zielgenauer machen. „Statt der teuren Gießkanne soll sie nur denjenigen rentennahen Menschen geöffnet werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im eigenen Berufsfeld arbeiten können.“ Darüber hinaus solle es auch künftig möglich sein, ab dem 64. Lebensjahr mit Abschlägen in Rente zu gehen. „Dabei kann jeder für sich entscheiden, ob die langjährigen eigenen Beiträge und gesammelten Rentenanwartschaften ausreichen, um früher in Rente zu gehen“, sagte Dorn. Die Abschläge würden so berechnet, dass sie weitgehend nicht auf Kosten Dritter gehen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Florian Dorn (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- CSU-Politiker Florian Dorn warnt davor, die „Rente mit 63“ entgegen der Empfehlung der Rentenkommission beizubehalten
- Er sagt, die abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte koste jährlich mehrere Milliarden Euro und gehe zulasten von Generationengerechtigkeit sowie Beitrags- und Stabilitätsentwicklung
- Die Alterssicherungskommission habe statt vollständiger Abschaffung eine zielgenauere Regelung vorgeschlagen, bei der die frühere Rente nur bestimmten rentennahen Menschen eröffnet werden soll, und außerdem mit Abschlägen ab 64 möglich bleiben solle
Warum ist das wichtig?
- Die Beibehaltung der abschlagsfreien Rente mit 63 würde die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung gefährden und könnte die Stabilisierung der Rentenentwicklung sowie die Gesamtreform ausbremsen
- Das Privileg belastet die Solidargemeinschaft durch jährlich mehrere Milliarden Euro und geht zulasten der Generationengerechtigkeit sowie einer höheren Beitragssatzentwicklung
- Eine zielgenauere Reform würde die Regelung stärker auf rentennahe, gesundheitlich eingeschränkte Personen begrenzen und damit Abschlüsse/Abschläge eher so ausrichten, dass sie nicht auf Kosten Dritter gehen
Wer ist betroffen?
- CSU-Politiker Florian Dorn
- Beitrags- und Steuerzahler
- Generationengerechtekkeit/„Solidargemeinschaft“ in Bezug auf Rentenversicherung
Zahlen/Fakten?
- „Rente mit 63“ soll entgegen Empfehlung der Rentenkommission beibehalten werden; Dorn warnt vor Beibehaltung
- jährliche Kosten des Privilegs für die Solidargemeinschaft: mehrere Milliarden Euro
- Anpassung: Abschlagsfreie Rente nur für rentennahe Menschen aus gesundheitlichen Gründen; zudem künftig Rente ab 64 mit Abschlägen möglich
Wie geht’s weiter?
- Dorn warnt davor, die „Rente mit 63“ entgegen der Empfehlung der Rentenkommission beizubehalten
- Die Alterssicherungskommission will die Abschaffung zielgenauer gestalten, nur für rentennahe Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, und es soll weiter ab 64 mit Abschlägen möglich bleiben
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