Kinderschutzbund kritisiert Kürzung des Unterhaltsvorschusses

14. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik in : Unterhaltszuschuss für Jugendliche

Berlin () – Der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, hat die Pläne von Familienministerin Karin Prien (CDU), den staatlichen Unterhaltszuschuss für Jugendliche ab dem 16. Geburtstag zu kürzen, als Skandal bezeichnet.

„Der Wegfall des Unterhaltsvorschusses bedeutet eine Vertiefung der Chancenungleichheit“, sagte Grein dem „Redaktionsnetzwerk „. Das Vorhaben sende das Signal an alle Kinder und Jugendlichen: Wenn es eng werde, zählten sie am wenigsten. Es sei ein Skandal.

Kinder von Alleinerziehenden seien ohnehin am stärksten von Armut bedroht. In genau jener Lebensphase, in der sie sich für das Abitur entscheiden könnten oder in eine andere Stadt ziehen müssten, um eine Ausbildung zu beginnen, solle ihnen Geld gestrichen werden. Grein bezweifelte, dass es Alleinerziehenden gelingt, säumige Ex-Partner in ihre Unterhaltspflicht zu nehmen, wenn das schon der Staat nicht schaffe. Dem Entzug des Führerscheins für Unterhaltsverweigerer als Druckmittel steht er offen gegenüber: „Dann können wir uns die Debatte über die Abschaffung des Unterhaltsvorschusses sparen und der Staat holt sich das ihm fehlende Geld direkt bei den Unterhaltssäumigen wieder.“

Auch VdK-Präsidentin Verena Bentele gab zu bedenken, dass Jugendliche mit zunehmendem Alter höhere Kosten verursachten. Gerade bei den 16- und 17-Jährigen zu sparen, verschärfe daher deren Armutsrisiko. Sie sagte zugleich: „Säumige Unterhaltszahler konsequenter in die Pflicht zu nehmen, ist grundsätzlich richtig.“ Der Ansatz, den Führerschein vorübergehend zu entziehen, um dieses Ziel zu erreichen, bedürfe aber einer sorgfältigen Prüfung.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Junge Leute (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kinderschutzbund kritisiert Kürzung des Unterhaltsvorschusses

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Daniel Grein vom Kinderschutzbund bezeichnet die Pläne von Familienministerin Karin Prien als Skandal, den staatlichen Unterhaltszuschuss für Jugendliche ab 16 Jahren zu kürzen
  • Grein und VdK-Präsidentin Verena Bentele warnen, dass die Kürzung die Chancenungleichheit und das Armutsrisiko für Jugendliche aus armen Haushalten verschärfen könnte
  • Während Grein ein schärferes Vorgehen gegen Unterhaltsverweigerer wie den Entzug des Führerscheins begrüßt, fordert Bentele für dieses Druckmittel eine sorgfältige Prüfung

Warum ist das wichtig?

  • Der Wegfall des Unterhaltsvorschusses ab 16 vertieft die Chancenungleichheit und erhöht das Armutsrisiko von Jugendlichen in einer entscheidenden Lebensphase
  • Kinder von Alleinerziehenden sind ohnehin besonders von Armut bedroht; Kürzungen treffen besonders dann, wenn Kosten für Abitur oder Ausbildung anfallen
  • Kürzungen erschweren das Eintreiben von Unterhaltspflichten, während der konsequente Druck auf Unterhaltsverweigerer (z.B. Führerscheinentzug) erst sorgfältig geprüft werden sollte

Wer ist betroffen?

  • Jugendliche ab dem 16. Geburtstag
  • Kinder von Alleinerziehenden
  • Jugendliche mit zunehmendem Alter, insbesondere 16- und 17-Jährige

Zahlen/Fakten?

  • Jugendliche ab dem 16. Geburtstag soll der staatliche Unterhaltszuschuss gekürzt werden
  • Laut Daniel Grein vertieft das den „Chancenungleichheit“-Effekt
  • Kinder von Alleinerziehenden sind ohnehin besonders von Armut bedroht; bei 16- und 17-Jährigen würde das Armutsrisiko verschärft

Wie geht’s weiter?

  • Unterhaltszuschuss ab dem 16. Geburtstag soll nach Plänen von Familienministerin Karin Prien (CDU) gekürzt werden, was von Kinderschutzbund und VdK als skandalös bzw. armutsverschärfend kritisiert wird
  • Kinderschutzbund spricht sich dafür aus, Unterhaltsverweigerer konsequenter in die Pflicht zu nehmen, etwa durch Entzug des Führerscheins als Druckmittel
  • VdK hält das Vorgehen grundsätzlich für richtig, fordert aber eine sorgfältige Prüfung des Ansatzes mit Führerscheinentzug
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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