Sachsens Ministerpräsident wettert gegen 35-Stunden-Woche

12. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik in : Pflege- und Arbeitsfragen

Dresden () – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert größere Anstrengungen zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit in – auch von den Arbeitnehmern.

„Nicht jeder muss grundsätzlich mehr arbeiten, aber die Arbeit muss produktiver werden. Die 35-Stunden-Woche passt nicht mehr in diese Zeit“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Es gehe nicht darum, Arbeitnehmern etwas wegzunehmen. „Gleiches Geld, aber ein paar Stunden mehr arbeiten in den kommenden fünf Jahren, ist doch viel besser, als den Arbeitsplatz zu verlieren.“ Der Wohlstand sei von Menschen geschaffen worden, „für die es kein Problem war, 40 Stunden und mehr zu arbeiten“.

Zur Debatte über Karenztage sagte Kretschmer, der überwiegende Teil der Bevölkerung sei beim Thema Krankschreibung sehr achtsam. „Aber es gibt einen kleinen Teil, der die Möglichkeit der `Krankentage ohne Krankenschein` ausnutzt.“ Mit diesen Leuten solle man „weniger solidarisch sein als mit denjenigen, die wirklich erkrankt sind“. Das sei über Jahrzehnte in Deutschland selbstverständlich gewesen „und ist in vielen anderen Ländern heute noch vollkommen normal“.

Bei der Pflegeversicherung warnte Kretschmer vor einer Belastung der Kommunen. In Ostdeutschland lägen Renten durchschnittlich bei 1.300 bis 1.500 Euro, ein Pflegeplatz koste 3.000 Euro Eigenanteil. „Daran sieht man, wie ernst die Situation ist.“ Er bestehe darauf, „dass wir bei der Pflegeversicherung keine passive Sanierung betreiben – also nicht einfach alles kürzen -, sondern das Grundproblem angehen“. Immer mehr ältere Menschen landeten beim Eintritt in ein Pflegeheim in der Sozialhilfe. „Die zahlen dann die Kommunen, und das geht so nicht. Das muss beim geplanten `Zukunftspakt Kommune` geklärt werden.“

Fehlende Mittel für eine Betreuung oder einen Heimplatz müssten ausgeglichen werden, „aus dem Bundeshaushalt, denn es ist ein Bundesleistungsgesetz“. Ziel sei eine Lösung bis Herbst, „weil alle erkannt haben, dass die kommunale Finanzsituation verbessert werden muss“, so der CDU-Politiker.

Beim Klimaschutz spricht sich Kretschmer für geringere Vorgaben aus. „Wenn man bis 2045 100 Prozent Klimaneutralität erreichen will, sind viele Dinge alternativlos und viele Freiheiten nicht mehr möglich.“ Würden statt 100 Prozent bis 2045 etwa 80 Prozent angestrebt, könne man „schneller, günstiger, wirkungsvoller bauen“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Michael Kretschmer am 10.07.2026

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sachsens Ministerpräsident wettert gegen 35-Stunden-Woche

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Michael Kretschmer fordert, dass Arbeit produktiver wird und die 35-Stunden-Woche nicht mehr zu den Anforderungen der Zeit passe
  • Er spricht sich dafür aus, Karenztage bei Krankschreibungen strenger gegen „Krankentage ohne Krankenschein“ einzusetzen und erwähnt eine Entlastung für Kommunen bei der Pflegeversicherung
  • Kretschmer fordert beim Klimaschutz geringere Vorgaben, etwa statt 100 Prozent Klimaneutralität bis 2045 eher 80 Prozent, um schneller und günstiger umzusetzen

Warum ist das wichtig?

  • Wichtig, weil Kretschmer fordert, dass Arbeit produktiver wird, damit Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand gesichert bleiben
  • Wichtig, weil er Karenztage bei Missbrauch stärker begrenzen will und Kommunen bei der Pflegeversicherung finanziell entlastet sehen möchte
  • Wichtig, weil er im Klimaschutz weniger strenge Vorgaben befürwortet, um schneller und günstiger Maßnahmen umsetzen zu können

Wer ist betroffen?

  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
  • Arbeitnehmer
  • Kommunen

Zahlen/Fakten?

  • 35-Stunden-Woche passt nicht mehr, sagt Michael Kretschmer
  • Renten in Ostdeutschland durchschnittlich 1.300 bis 1.500 Euro; Pflegeplatz kostet 3.000 Euro Eigenanteil
  • Ziel: Lösung bis Herbst; Klimaziel statt 100 Prozent bis 2045 dann 80 Prozent

Wie geht’s weiter?

  • Kretschmer fordert mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit durch produktivere Arbeit, dabei sollen sich die Arbeitszeiten über die nächsten fünf Jahre erhöhen bei gleichem Geld
  • Bei Pflegeversicherung und Zukunftspakt Kommune müsse das Grundproblem angegangen und fehlende Mittel aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden, Ziel ist eine Lösung bis Herbst
  • Beim Klimaschutz plädiert Kretschmer für weniger ambitionierte Vorgaben (statt 100% bis 2045 eher 80%), um schneller und günstiger umsetzen zu können
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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