EnBW für niedrigeres Offshore-Ausbauziel

8. Juli 2026
1 min Lesezeit

EnBW für niedrigeres Offshore-Ausbauziel

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Debatte um Windkraftziele in Deutschland

() – Der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers EnBW, Georg Stamatelopoulos, fordert die Bundesregierung auf, weniger Windräder in Nord- und Ostsee anzustreben als bislang geplant. „Wir müssen die Bezahlbarkeit im Auge behalten. Ein niedrigeres Ausbauziel wäre eine sinnvolle Korrektur nach 20 Jahren, kein Bremsen“, sagte er der FAZ.

Die Bundesregierung will mindestens 70 Gigawatt bis zum Jahr 2045 errichten lassen. Derzeit sind knapp zehn Gigawatt installiert. Doch die Situation der Branche habe sich „dramatisch verschlechtert“. „Windturbinen, Logistik, Kabel – alles ist teurer geworden. Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt die Kostensteigerung bei 30 bis 40 Prozent, über 15 Jahre bei mehr als 50 Prozent“, so Stamatelopoulos. Deshalb schlägt er vor: „Lasst uns erst einmal 55 Gigawatt bauen, und dann sehen wir weiter.“

EnBW betreibt bislang mit Baltic I, Baltic II, Hohe See und Albatros vier Parks. Im Spätsommer soll zudem He Dreiht mit rund 960 Megawatt hinzukommen. 55 der 64 Turbinen seien bereits installiert und etwa 30 davon in Betrieb.

Den Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verteidigt Stamatelopoulos grundsätzlich. „Die Bundesregierung geht Dinge an, die seit langer Zeit geregelt werden müssen. Die Energiewende ist ein Langzeitprojekt, und das, was vor 20 Jahren richtig war, muss nicht unbedingt jetzt auch noch richtig sein.“ Jedoch verkaufe Reiche ihre Politik „mitunter kommunikativ schlecht“.

Zudem hält er den geplanten Redispatchvorbehalt für falsch. Er schlägt stattdessen vor, dass die Betreiber von Wind- und Solarparks jeweils für fünf Jahre auf je 200 Stunden Entschädigung verzichten, wenn in einem Jahr fünf bis zehn Prozent des erzeugten Stroms abgeregelt werden müssen. Anders als bei Reiches Vorschlag könne „die Bank dieses Risiko der Erlösminderung konkret abschätzen“, sodass der Bau leichter zu finanzieren werde.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Windräder (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • EnBW-Chef fordert reduzierte Windkraftziele in Nord- und Ostsee.
  • Kosten für Windturbinen und Logistik sind um 30 bis 40 Prozent gestiegen.
  • Vorschlag: Zunächst 55 Gigawatt statt 70 Gigawatt bis 2045 errichten.

Warum ist das wichtig?

  • Bezahlbarkeit der Windenergie im Fokus
  • Signifikante Kostensteigerungen in der Branche
  • Anpassung der Ausbauziele als sinnvolle Korrektur

Wer ist betroffen?

  • Energieversorger EnBW
  • Bundesregierung
  • Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche

Zahlen/Fakten?

  • 70 Gigawatt sollen bis 2045 errichtet werden
  • Aktuell sind knapp 10 Gigawatt installiert
  • Kostensteigerung: 30 bis 40 Prozent im Fünf-Jahres-Vergleich, über 50 Prozent in 15 Jahren

Wie geht’s weiter?

  • Weniger Windräder in Nord- und Ostsee anstreben als geplant
  • Vorschlag, zunächst 55 Gigawatt zu bauen, dann weitersehen
  • Vorschlag zur Entschädigung von Betreibern für reduzierte Stromerzeugung
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Don't Miss