Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Pflegeversicherung: Diskussion um Kinderbeteiligung in Berlin
Berlin () – Der Wirtschaftsweise Martin Werding warnt vor dem Vorschlag von Unionsfraktionsvize Albert Stegemann, erwachsene Kinder früher für die Pflege der Eltern zur Kasse zu bitten. Bei der Hilfe zur Pflege sei zu beachten, dass erwachsene Kinder häufig schon einen nennenswerten Teil der Pflege ihrer Eltern übernähmen und dadurch die Pflegeversicherung entlasteten, sagte Werding der „Rheinischen Post“.
Er fürchtet auch, dass Senioren dann wieder den Weg zum Sozialamt scheuen: „Bei Sozialleistungen an Ältere hat man den Rückgriff der Sozialämter auf erwachsene, unterhaltspflichtige Kinder in den letzten Jahren bewusst auf eine eher symbolische Haftung begrenzt. Bei der Grundsicherung im Alter dürfte dies dazu beigetragen haben, verdeckte Armut zu begrenzen.“
Stattdessen fordert Werding, den Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung anzuheben. „Man sollte darüber nachdenken, ob die auf Verlangen des Verfassungsgerichts eingeführten Regeln zu einer stärkeren Inanspruchnahme Kinderloser und Kinderarmer für die Finanzierung ihrer Pflege im Kontext der aktuell anstehenden Reformen nicht ausgebaut werden sollten“, so der Bochumer Ökonom.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwägt, den Zuschlag für Kinderlose in der Pflege von 0,6 auf 0,7 Prozent zu erhöhen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Martin Werding (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Martin Werding warnt vor dem Vorschlag, erwachsene Kinder früher zur Finanzierung der Pflege ihrer Eltern heranzuziehen.
- Er sieht die Gefahr, dass Senioren Sozialamtleistungen meiden könnten, wenn unterhaltspflichtige Kinder stärker zur Kasse gebeten werden.
- Werding fordert eine Erhöhung des Zuschlags für Kinderlose in der Pflegeversicherung.
Warum ist das wichtig?
- Entlastung der Pflegeversicherung durch die Pflegeerbringung durch erwachsene Kinder
- Vermeidung von verdeckter Armut bei Senioren durch Maßnahmen gegen Rückgriff von Sozialämtern
- Notwendigkeit der Anpassung der Regelungen zur Finanzierung der Pflege für Kinderlose
Wer ist betroffen?
- Erwachsene Kinder
- Senioren
- Kinderlose
Zahlen/Fakten?
- Vorschlag von Albert Stegemann: Erwachsene Kinder früher zur Kasse bitten
- Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung: von 0,6 auf 0,7 Prozent erwogen
- Rückgriff der Sozialämter auf erwachsene Kinder: in den letzten Jahren auf symbolische Haftung begrenzt
Wie geht’s weiter?
- Diskussion um frühere Kostenbeteiligung erwachsener Kinder an Pflege
- Anhebung des Zuschlags für Kinderlose in der Pflegeversicherung wird gefordert
- Bundesgesundheitsministerin erwägt Erhöhung des Zuschlags von 0,6 auf 0,7 Prozent
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