Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftliche Maßnahmen zur Unterstützung der Industrie in Berlin
Berlin () – Das Bandlastprivileg für große Stromverbraucher in der Industrie wird bis Ende 2031 verlängert. Das kündigte Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller bei Politico an. Die Behörde werde die Änderung an diesem Mittwoch bekannt geben. Ursprünglich sollte die Regelung schon 2028 auslaufen.
„Die Übergangszeit wollen wir nochmal deutlich erweitern, weil wir sehen, dass Unternehmen erst investieren müssen, um flexibler zu sein, dass sie sich darauf vorbereiten, einstellen müssen“, sagte Müller. Es sei der ausdrückliche Wunsch der Bundesnetzagentur, der energieintensiven Industrie auch nach wie vor ein Produzieren in Deutschland zu ermöglichen.
Über das Bandlastprivileg erhalten energieintensive Industrien wie Chemie-, Papier- und Glashersteller deutlich reduzierte Netzentgelte, wenn sie auf mindestens 7.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr kommen. Die Stunden sind ein Maß dafür, wie gleichmäßig Unternehmen ihren Strom abnehmen.
„Das passte zu einer Welt, wo wir aus großen Kohlekraftwerken, Atomkraftwerken sehr gleichförmig Strom produziert haben und ein Interesse hatten, dass er genauso verbraucht wird“, sagte Müller. Doch mit dem Hochlauf erneuerbarer Energien schwanke die Strommenge im Markt stärker. „Darum ist die neue Kunst im Stromsystem der Zukunft, auch flexibler Strom zu verbrauchen“, so Müller. Entsprechend solle auch die Subvention angepasst werden, um flexible Abnahmeverhalten zu belohnen und eine europarechtskonforme Lösung zu finden.
Vor diesem Hintergrund läuft derzeit ein Modellversuch der Bundesnetzagentur mit sechs relevanten Unternehmen mit Unterstützung der Wirtschaftsverbände BDI und DIHK. „Das läuft bis Ende diesen Jahres, sodass wir dann Anfang 27 eine generelle Regelung sozusagen ergänzend zu der […] Bestandsschutzregelung erlassen können, die dauerhaft niedrige Netzentgelte ermöglicht, bei europarechtskonformer Gegenleistung in Form von Flexibilität“, sagte Müller.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundesnetzagentur (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Das Bandlastprivileg für große Stromverbraucher wird bis Ende 2031 verlängert.
- Die Bundesnetzagentur plant eine Anpassung der Subventionen, um flexibles Stromverbrauchsverhalten zu belohnen.
- Ein Modellversuch mit sechs Unternehmen läuft bis Ende dieses Jahres.
Warum ist das wichtig?
- Verlängerung des Bandlastprivilegs sichert Produktion der energieintensiven Industrie in Deutschland bis 2031
- Ermöglicht Unternehmen, in Flexibilität zu investieren und sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten
- Anpassung der Subvention fördert flexibelere Stromabnahme und unterstützt die Integration erneuerbarer Energien
Wer ist betroffen?
- energieintensive Industrie
- Chemie-, Papier- und Glashersteller
- Unternehmen, die auf mindestens 7.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr kommen
Zahlen/Fakten?
- Bandlastprivileg für große Stromverbraucher bis Ende 2031 verlängert
- Ursprüngliches Auslaufen 2028
- Unternehmen müssen mindestens 7.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr erreichen für reduzierte Netzentgelte
Wie geht’s weiter?
- Anpassung der Subvention zur Belohnung flexibler Abnahmeverhalten
- Modellversuch mit sechs Unternehmen endet Ende dieses Jahres
- Einführung einer generellen Regelung bis Anfang 2027
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