Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Energiepolitik und Ausschreibungen in Bonn
Als zentrales Problem nannte er auslaufende Produktreservierungen von Kraftwerksinvestoren. Die Ausschreibungsfristen müsse man halten, weil eine Reihe von Kraftwerksinvestoren uns signalisiert hätten, dass sie bestimmte Produkte, die man für die Kraftwerke brauche, schon vorbestellt hätten und dabei Fristen auslaufen würden.
Hintergrund sei, „dass die halbe Welt zurzeit steuerbare Kapazitäten braucht und bauen möchte, und darum wären wir gut beraten, wenn wir diese Versorgungssicherheit für Deutschland haben wollen, dass wir wirklich jetzt die Ausschreibungsfristen halten, so wie sie die Bundesregierung vorgesehen hat“, erklärte Müller.
Eine Verzögerung könnte auch zu steigenden Kosten für Verbraucher und Unternehmen führen, denn die Preise für Kraftwerke sollen sie über eine geplante Umlage später mitzahlen. „Die Höhe dieser Umlage hängt ganz elementar davon ab, wie günstig bekommen wir die Ausschreibung hin“, so Müller. „Je schneller wir jetzt werden, desto stabiler wird die Teilnahme an den Ausschreibungen sein, desto kostengünstiger können sie sein.“ Er bitte deshalb „um die nötige Eile“.
Auf Nachfrage, ob es sich dabei um Gasturbinen handele, wollte Müller dies weder bestätigen noch dementieren. In der Energiebranche ist allerdings bekannt, dass Unternehmen im Vorlauf der Kraftwerksstrategie-Ausschreibungen bereits Turbinen reserviert haben, die sie im Fall eines Zuschlags abnehmen wollen.
Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf soll die erste Ausschreibung für sogenannte Langzeitkapazitäten bereits am 1. September 2026 starten. Gemeint sind Anlagen, die mindestens zehn Stunden am Stück ihre Leistung erbringen können. Eine zweite Runde ist für den 22. Dezember geplant. Vorher allerdings muss der Bundestag dem Entwurf zustimmen. Im Anschluss muss die EU-Kommission die Pläne final genehmigen.
Die Bundesnetzagentur hat nach Angaben von Müller bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet, um die Ausschreibungstermine halten zu können. Bereits im Juni sollen erste Workshops mit Marktakteuren stattfinden.
Als steuerbare Kapazitäten gelten beispielsweise flexible Kraftwerke, wie etwa Gaskraftwerke, Batterie-Großspeicher, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke und Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, die gedrosselt werden können, aber auch Industriebetriebe, die Lasten bei Stromknappheit reduzieren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht in der Kritik, weil sie für 10 der 12 Gigawatt, die noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden sollen, ein „Langfristkriterium“ vorsehen will, wodurch Gaskraftwerke Kritiker bevorzugt sehen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Klaus Müller warnt vor Kostensteigerungen durch Verzögerungen bei Kraftwerksstrategie-Ausschreibungen.
- Auslaufende Produktreservierungen von Kraftwerksinvestoren sind ein zentrales Problem.
- Eine Verzögerung könnte zu höheren Kosten für Verbraucher und Unternehmen führen.
Warum ist das wichtig?
- Verzögerungen könnten zu höheren Kosten für neuen Kraftwerksbau führen.
- Einhaltung der Ausschreibungsfristen ist entscheidend für Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle.
- Verspätungen könnten auch steigende Preise für Verbraucher und Unternehmen nach sich ziehen.
Wer ist betroffen?
- Kraftwerksinvestoren
- Verbraucher
- Unternehmen
Zahlen/Fakten?
- Kraftwerksstrategie-Ausschreibungen könnten teurer werden, wenn Fristen (Mai und Dezember) nicht eingehalten werden.
- Erste Ausschreibung für Langzeitkapazitäten startet am 1. September 2026.
- Geplante zweite Ausschreibung am 22. Dezember 2026.
Wie geht’s weiter?
- Einhaltung der Ausschreibungsfristen notwendig
- Erste Ausschreibung für Langzeitkapazitäten am 1. September 2026
- Bundestag und EU-Kommission müssen Entwurf genehmigen
