Innenministerium prüft Rückkehrprämie für Syrer

20. Mai 2026
2 min gelesen

Innenministerium prüft Rückkehrprämie für Syrer

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Rückkehranreize für syrische Flüchtlinge in Deutschland

() – Die Bundesregierung will neue Anreize schaffen, um mehr syrische Flüchtlinge zur freiwilligen Rückkehr in ihr Heimatland zu bewegen. Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) prüft eine Rückkehrprämie in Höhe von 8.000 Euro, wie das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf Regierungskreise berichtet.

Bislang erhalten Rückkehrer im Schnitt 1.000 Euro als Unterstützung für den Neuanfang in . Allerdings ist die derzeitige Rückkehrprämie mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, da der genaue Betrag individuell für jeden Flüchtling berechnet wird. Bei der gegenwärtig geprüften Förderung in Höhe von 8.000 Euro soll es sich hingegen um einen Pauschalbetrag handeln.

Angesichts der bislang überschaubaren Zahl an syrischen Rückkehrern wurde zuletzt die Forderung nach mehr Anreizen laut. Der Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, sagte kürzlich im „Spiegel“, die derzeitige Prämie reiche seiner Meinung nach nicht aus. Über die Höhe solle man sprechen.

Der Konstanzer Asylrechtler Daniel Thym hält attraktivere Rückkehrprämien für einen „sinnvollen Baustein“, mahnte aber: „Geld alleine ist kein Heilsbringer.“ Der Migrationsrechtsexperte forderte eine Mischung aus „Zuckerbrot und Peitsche“. Neben Anreizen und Geldleistungen brauche es umgekehrt auch Drohungen wie laufende Widerrufsverfahren von Schutztiteln und erste Abschiebeflüge.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hält es für richtig, über stärkere finanzielle Anreize für eine freiwillige Rückkehr nach Syrien nachzudenken. Wenn dadurch mehr Syrer zu einer Ausreise bewegt werden können, könne dies auch ökonomisch sinnvoll sein. „Selbst höhere Unterstützungsleistungen im vierstelligen oder in einzelnen Fällen auch im unteren fünfstelligen Bereich wären gemessen an den langfristigen Kosten von Sozialleistungen häufig weiterhin ein Gewinn für den Staat“, sagte er dem Focus. Ziel müsse es sein, ausreisepflichtigen Personen ohne Bleibeperspektive einen geordneten Neustart im Herkunftsland zu ermöglichen und zugleich den Sozialstaat nachhaltig zu entlasten.

Gleichzeitig pocht der CDU-Politiker auf mehr Abschiebungen nach Syrien. Freiwillige Rückkehr funktioniere dauerhaft nur dann, wenn ausreisepflichtige Personen wüssten, dass andernfalls auch konsequent abgeschoben werde.

Deutliche Kritik an dem Vorhaben kommt hingegen aus der Opposition. Der Grünen-Politiker Max Lucks sagte dem Focus, es sei völlig abenteuerlich, über erhöhte Rückführungsprämien für Syrien zu spekulieren, während dort Islamisten herrschten und das Bamf die desolate Lage im Land weitgehend ausblende. Während die Bundesregierung Integrationsleistungen kürze, solle sie nicht noch mehr Steuergeld für ideologiegetriebene Politik verpulvern.

In leben derzeit über 900.000 Syrer ohne deutschen Pass. Mehr als 500.000 haben einen befristeten Aufenthaltstitel auf Grundlage eines subsidiären Schutztitels oder eines Flüchtlingsschutzes.

Mit dem Sturz des langjährigen Diktators Baschar al-Assad im Dezember 2024 ist der Bürgerkrieg in Syrien beendet. Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt es damit „keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland“, wie er im vergangenen November sagte.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Bundesregierung plant Rückkehrprämie von 8.000 Euro für syrische Flüchtlinge.
  • Forderung nach mehr Anreizen für Rückkehrer aufgrund geringer Rückzahlungszahlen.
  • Opposition kritisiert erhöhte Prämien in Anbetracht der Sicherheitslage in Syrien.

Warum ist das wichtig?

  • Anreize für die Rückkehr syrischer Flüchtlinge könnten die soziale und wirtschaftliche Belastung für den deutschen Staat verringern.
  • Eine pauschale Rückkehrprämie könnte die Verwaltungsprozesse vereinfachen und effektiver gestalten.
  • Die Diskussion über Rückkehrprämien und Abschiebungen kann die Debatte um Asylpolitik und Integration in Deutschland neu beleben.

Wer ist betroffen?

  • syrische Flüchtlinge in Deutschland
  • Bundesregierung
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf)

Zahlen/Fakten?

  • 8.000 Euro Rückkehrprämie geprüft
  • Über 900.000 Syrer ohne deutschen Pass in Deutschland
  • Mehr als 500.000 Syrer mit befristetem Aufenthaltstitel

Wie geht’s weiter?

  • Prüfung einer Rückkehrprämie von 8.000 Euro für syrische Flüchtlinge
  • Steigerung der Anzahl an Rückkehrern durch finanzielle Anreize und gezielte Abschiebungen
  • Forderung nach einer Mischung aus Anreizen und konsequenten Maßnahmen für ausreisepflichtige Personen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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