Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftspolitik und Staatsausgaben in Deutschland
München () – Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland hält der Präsident des Ifo Instituts, Clemens Fuest, eine klare Obergrenze für die Staatsquote für nötig. „Der Regierung fehlt bisher ein klarer Kompass dafür, was sie mit ihrer Wirtschaftspolitik erreichen will“, sagte Fuest am Montag. „Das Ziel, die Ausgaben des Staates mittelfristig auf beispielsweise 49 Prozent zu begrenzen, wäre als Rahmen hilfreich.“
Der Ifo-Präsident hält eine solche Obergrenze für wichtig, weil dies das Vertrauen in den Standort stärken würde. Die momentane Politik, durch die die Staatsquote über 50 Prozent ansteigt, hält er für gefährlich: „Auf Dauer bedeutet ein zu hoher Anteil der Staatsausgaben an der Wirtschaftsleistung auch höhere Steuern und Abgaben. Wachsende Steuerlasten führen zu Ausweichreaktionen und immer weniger Wirtschaftswachstum.“ Eine Begrenzung der Staatsausgaben auf 49 Prozent würde die Planbarkeit für Investoren erhöhen und die Politik zwingen, Ausgaben zu priorisieren.
Zusätzlichen Druck erzeugen dabei die steigenden Verteidigungsausgaben. „Das hat zur Folge, dass der Anteil anderer Ausgaben an der Wirtschaftsleistung, unter anderem der Sozialausgaben, sinken müsste“, so der Ifo-Präsident. Möglicherweise müsste dann darüber diskutiert werden, die staatliche Gesundheits- und Altersvorsorge in Richtung einer Grundversorgung zu verändern, die von einer privaten Vorsorge ergänzt wird. „Entscheidend ist aber, dass Politik und Gesellschaft bei einem gemeinsam vereinbarten Rahmen gezwungen wären, schwierige Debatten über Prioritäten bei den öffentlichen Ausgaben jetzt zu führen, statt diesen Konflikten durch Verschuldung auszuweichen, sie zu verschärfen, und zukünftigen Generationen aufzubürden“, so Fuest.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert eine Obergrenze der Staatsquote auf 49 Prozent.
- Aktuelle Staatsausgaben über 50 Prozent gefährden das Wirtschaftswachstum.
- Steigende Verteidigungsausgaben könnten zu Einschnitten bei Sozialausgaben führen.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung des Vertrauens in den Wirtschaftsstandort
- Verbesserung der Planbarkeit für Investoren
- Notwendigkeit zur prioritäreren Gestaltung öffentlicher Ausgaben
Wer ist betroffen?
- Regierung
- Investoren
- zukünftige Generationen
Zahlen/Fakten?
- Staatsquote soll auf 49 Prozent begrenzt werden
- Staatsausgaben über 50 Prozent gefährlich für Wirtschaft
- Steigende Verteidigungsausgaben erfordern Priorisierung anderer Ausgaben
Wie geht’s weiter?
- Klare Obergrenze für Staatsquote auf 49 Prozent festlegen
- Diskussion über Prioritäten bei öffentlichen Ausgaben führen
- Reform der staatlichen Gesundheits- und Altersvorsorge eventuell nötig
