Ifo-Präsident warnt vor nicht-finanzierten Steuersenkungen

17. Februar 2026
1 min Lesezeit

Ifo-Präsident warnt vor nicht-finanzierten Steuersenkungen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland

() – Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Pläne von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil, die Steuern für mittlere und untere Einkommen zu senken, als kaum finanzierbar bezeichnet.

Allein die Abflachung des sogenannten Mittelstandsbauchs würde den Staat mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr kosten, sagte er der FAZ (Mittwochausgabe). „Steuerlasten sind letztlich die Konsequenz von Ausgaben. Wenn man steuerlich entlasten will, muss man Ausgaben senken – da müsste die Regierung eigentlich beginnen.“ Die Bereitschaft der Koalition, an die Ausgaben ernsthaft heranzugehen, sei „bislang nicht vorhanden“.

Auch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, wie sie die SPD zur Gegenfinanzierung ins Spiel bringt, sieht Fuest skeptisch. „Die wirtschaftliche Lage in ist jetzt schon angespannt, es wird viel zu wenig investiert – will man das noch verstärken?“, fragte er. Eine höhere Belastung der Spitzenverdiener würde sich „mittelbar negativ auf die Einkommen der Mittelschicht auswirken“. Den Vorschlag von CDU-Generalsekretär Linnemann, den Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro greifen zu lassen, nannte Fuest in der Entlastungswirkung schwer abschätzbar. Das sei „Kaffeesatzleserei“, da die Kosten je nach Ausgestaltung des Tarifverlaufs erheblich variieren würden.

Mit Blick auf die prognostizierte Haushaltslücke von rund 130 Milliarden Euro zwischen 2027 und 2029 rechnet der Ökonom mit einer Mischung aus Ausgabenbegrenzungen, Steuerverschärfungen und zusätzlicher Verschuldung. Er fürchte, dass die Regierung weitere Mittel aus Sondervermögen umwidmen werde – die viel kritisierte Zweckentfremdung könne also sogar noch zunehmen, „weil einfach der Druck so groß ist“.

Mittelfristig hält Fuest auch eine Mehrwertsteuererhöhung für kaum vermeidbar. „Mittelfristig kann man nicht ausschließen, dass die Politik als ultima ratio die Mehrwertsteuer erhöht“, sagte er. Eine Umsatzsteuererhöhung sei „weniger wachstumsfeindlich“ als eine Einkommensteuererhöhung, weil sie sich weniger negativ auf Investitionen auswirke. Zugleich sagte er: „Wenn man mehr Wachstum haben will und wenn man steuerliche Entlastung haben will, muss der Staat nun mal Ausgaben kürzen.“

Die Hoffnung der Bundesregierung, die Haushaltslage durch stärkeres Wirtschaftswachstum zu entschärfen, dämpfte Fuest deutlich: „Wir haben keine Hinweise, dass es zu einem Aufschwung kommt, der über das hinausgeht, was ohnehin eingepreist ist. Da sehe ich nichts kommen.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesfinanzministerium (Archiv)

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




4,2/5 (15 Bewertungen)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Ifo-Präsident Clemens Fuest bezeichnet die Steuerpläne von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil als kaum finanzierbar.
  • Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes wird als problematisch angesehen, da sie negative Auswirkungen auf die Mittelschicht haben könnte.
  • Fuest prognostiziert eine Mischung aus Ausgabenbegrenzungen, Steuerverschärfungen und zusätzlicher Verschuldung aufgrund einer expected Haushaltslücke.

Warum ist das wichtig?

  • Steuererleichterungen sind möglicherweise finanziell nicht tragbar und gefährden den Haushalt
  • Ohne Ausgabensenkungen ist eine steuerliche Entlastung nicht möglich
  • Hohe Haushaltslücken erfordern möglicherweise zusätzliche Steuererhöhungen oder Verschuldung

Wer ist betroffen?

  • SPD-Finanzminister Lars Klingbeil
  • Mittelschicht
  • Spitzenverdiener

Zahlen/Fakten?

  • Abflachung des Mittelstandsbauchs kostet über 30 Milliarden Euro jährlich
  • Prognostizierte Haushaltslücke von rund 130 Milliarden Euro zwischen 2027 und 2029
  • Mittelfristige Möglichkeit einer Mehrwertsteuererhöhung als kaum vermeidbar

Wie geht’s weiter?

  • Steuerentlastungen erfordern Ausgabensenkungen
  • Haushaltslücke könnte durch Ausgabenbegrenzungen, Steuerverschärfungen und Verschuldung geschlossen werden
  • Mittelfristig ist eine Mehrwertsteuererhöhung wahrscheinlich
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)

Don't Miss