Scholz nennt Ruf nach Minderheitsregierung "geschichtsvergessen"

13. Mai 2026
1 min Lesezeit

Scholz nennt Ruf nach Minderheitsregierung "geschichtsvergessen"

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Politik in Hamburg: Scholz zur Koalitionsdebatte

() – Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht sich in der Debatte um ein mögliches vorzeitiges Ende der schwarz-roten Koalition gegen eine Minderheitsregierung und gegen ein Aufgeben der sogenannten Brandmauer zur AfD aus.

„Aus Verantwortung für sollten alle Debatten über eine Minderheitsregierung von CDU und CSU sofort enden“, schreibt Scholz in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der „Zeit“. Die Forderung nach einer Minderheitsregierung sei „geschichtsvergessen“.

Im Jahr 2005 hätten SPD und Grüne nicht versucht, eine Regierungsbildung mit der Linkspartei zustande zu bekommen, obwohl es rechnerisch eine Mehrheit dafür gegeben hätte. „Und zwar, weil seinerzeit mit dieser Partei in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik und auch in Fragen der inneren Sicherheit im wahrsten Sinn der Worte `kein Staat zu machen` war“, so Scholz. Nach der gescheiterten schwarz-gelben Koalition und dem erstmaligen Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag hätte sich 2013 erneut die Möglichkeit einer Regierung ohne die Union ergeben, erneut sei „richtigerweise nicht einmal der Versuch unternommen“ worden, eine Regierung mit der Linken zu formen.

Heute gelte dasselbe für die AfD, schreibt Scholz. Mit der Partei sei „kein Staat zu machen“ – „und zwar nicht nur in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik sowie der inneren Sicherheit“. Vor allem aber sei die AfD eine antipluralistische Partei, „die gerade auch deshalb von der politischen Macht ferngehalten werden muss“.

Diese Haltung drücke sich darin aus, wie diese Partei fortwährend von „dem Volk“ und „dem Volkswillen“ spreche. „Man versteht immer sofort, dass nicht das ganze Volk gemeint ist, wenn die AfD vom Volk redet. Sie redet, wie es solche Parteien überall auf der Welt und in der Geschichte tun und taten“, erklärte Scholz. „Sie identifizieren Feinde im Inneren und im Äußeren. Sie delegitimieren die demokratischen Institutionen.“

Die Brandmauer sei daher „mehr als berechtigt“, schreibt der ehemalige Bundeskanzler. Aus einer von einer Rechtsaußen-Partei getragenen Minderheitsregierung könne zudem „bald eine Koalition“ werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Olaf Scholz (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Olaf Scholz spricht sich gegen eine Minderheitsregierung und gegen das Aufgeben der Brandmauer zur AfD aus.
  • Er betont, dass mit der AfD "kein Staat zu machen" sei und sie als antipluralistische Partei von der politischen Macht ferngehalten werden müsse.
  • Scholz verweist darauf, dass die Geschichte zeigt, dass auch andere Parteien in der Vergangenheit ähnliche Entscheidungen getroffen haben.

Warum ist das wichtig?

  • Verhindert die Stärkung antipluralistischer Kräfte wie der AfD.
  • Hält demokratische Institutionen und Werte aufrecht.
  • Sichert politische Stabilität durch Ablehnung von Minderheitsregierungen.

Wer ist betroffen?

  • Olaf Scholz (ehemaliger Bundeskanzler)
  • CDU/CSU
  • AfD

Zahlen/Fakten?

  • Scholz spricht sich gegen Minderheitsregierung und Aufgeben der Brandmauer zur AfD aus.
  • 2005 gab es keine Regierungsbildung mit der Linkspartei, obwohl rechnerisch eine Mehrheit möglich gewesen wäre.
  • AfD wird als antipluralistische Partei bezeichnet, die von der politischen Macht ferngehalten werden muss.

Wie geht’s weiter?

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