Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Klima- und Energiepolitik in Berlin
Berlin () – Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Armand Zorn, hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass die Koalition mit dem neuen Heizungsgesetz den Klimaschutz im Gebäudebereich aufgebe.
„2045 muss auch der Gebäudesektor klimaneutral sein, Neubauten schon ab 2030“, sagte Zorn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgabe). „Auf dem Weg zur Klimaneutralität geben wir den Menschen mehr Wahlfreiheit, wir nehmen sie aber auch stärker in die Verantwortung für den Klimaschutz und stärken den Mieterschutz.“
Der Kompromiss zum Heizungsgesetz gebe Planungssicherheit für Handwerk, Gebäudeeigentümer und Mieter und stärke die Akzeptanz des Klimaschutzes, sagte der SPD-Politiker. Es sei richtig, das Gesetz nun entlang des in der Koalition vereinbarten Kompromisses „zügig auf den Weg zu bringen“.
Das Klimaschutzgesetz gelte, beteuerte Zorn. Der Expertenrat für Klimafragen geht aktuell davon aus, dass die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden, um die Erreichung der Ziele im Klimaschutzgesetz sicherzustellen.
Der Entwurf des neuen Heizungsgesetzes von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht vor, dass fossile Heizungen nun doch über 2045 hinaus eingebaut und betrieben werden dürfen. Kritiker sehen darin einen Widerspruch zum Bundes-Klimaschutzgesetz, wonach Deutschland bis 2045 Klimaneutralität erreichen muss. Auch im Grundgesetz wird mittlerweile Klimaneutralität bis 2045 als Ziel genannt. Ein Weiterbetrieb der fossilen Heizungen nach 2045 ist nach den bisherigen EU-Plänen allerdings auch deshalb unwahrscheinlich, weil der Europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU ETS-2) schon vorher keine Ausstellung neuer CO2-Zertifikate mehr vorsieht.
Bereits bei der Einigung auf Eckpunkte für das Heizungsgesetz hatten Experten kritisiert, dass sich damit die Sektorziele im Klimaschutzgesetz für den Gebäudebereich nicht erreichen lassen. Seitdem hat die Koalition die Anreize für den Einbau von Öl- und Gasheizungen für Vermieter etwas verringert: Sie sollen künftig nach dem Einbau neuer fossiler Heizungen einen Teil der Betriebskosten übernehmen müssen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gasheizung (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- SPD-Politiker Armand Zorn weist Vorwurf zurück, dass Heizungsgesetz den Klimaschutz aufgebe.
- Neues Heizungsgesetz erlaubt weitere Nutzung fossiler Heizungen über 2045 hinaus.
- Experten warnen, dass bisherige Maßnahmen nicht ausreichen, um Klimaziele zu erreichen.
Warum ist das wichtig?
- Klimaneutralität im Gebäudesektor bis 2045 ist entscheidend für den Klimaschutz
- Der Kompromiss im Heizungsgesetz fördert Planungssicherheit und Akzeptanz
- Verschärfung der Verantwortung für Vermieter unterstützt Klimaziele
Wer ist betroffen?
- Handwerk
- Gebäudeeigentümer
- Mieter
Zahlen/Fakten?
- 2045 muss der Gebäudesektor klimaneutral sein
- Neubauten bereits ab 2030 erforderlich
- Der Entwurf des Heizungsgesetzes erlaubt den Betrieb fossiler Heizungen über 2045 hinaus
Wie geht’s weiter?
- Gesetz zügig umsetzen
- Planungssicherheit für Handwerk und Mieterschutz stärken
- Anreize für fossile Heizungen verringern
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