Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Geplante Mehrwertsteueranhebung in Berlin
Berlin () – Die Bundesregierung spielt aktuell intern offenbar eine Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte von 19 auf 21 Prozent durch. Die Anhebung werde als Teil eines Gesamtpakets geprüft, mit dem im Gegenzug die Einkommensteuer oder die Sozialbeiträge gesenkt werden sollen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf mehrere Regierungsvertreter und Koalitionspolitiker.
Im Finanzministerium seien verschiedene Varianten durchgerechnet worden, hieß es. Die Sozialdemokraten würden demnach eine zweiprozentige Anhebung von derzeit 19 auf 21 Prozent als Option sehen, um eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen gegenzufinanzieren. Unionsvertreter sollen sich ebenfalls eine Anhebung vorstellen können, wenn im Gegenzug die Sozialbeiträge spürbar sinken. Um die Folgen für Geringverdiener zu dämpfen, wird diskutiert, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von derzeit sieben auf beispielsweise vier Prozent zu senken. Für Lebensmittel ist sogar eine Absenkung auf null Prozent im Gespräch. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
In der schwarz-roten Koalition gibt es aber auch einige scharfe Kritiker einer möglichen Anhebung. Sie halten die Maßnahme für politisch schwer vermittelbar. Zudem verweisen sie auf den Iran-Krieg und die höheren Energiepreise. Wenn die Energiepreise weiter stiegen, werde es schwierig, den allgemeinen Satz anzuheben, weil die Bürger dann ohnehin schon unter höheren Preisen zu leiden hätten, hieß es.
Derzeit beträgt der reguläre Mehrwertsteuersatz 19 Prozent. Für den Staat würde eine einprozentige Anhebung Mehreinnahmen von gut 15 Milliarden Euro bedeuten, bei zwei Prozentpunkten von 31 Milliarden Euro. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt für Güter des täglichen Bedarfs, etwa auf Nahrungsmittel, Bücher, bestimmte Kultur- und Sportveranstaltungen sowie den öffentlichen Nahverkehr.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Supermarkt (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Bundesregierung prüft Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent.
- Vorschlag soll mit Senkung der Einkommensteuer oder Sozialbeiträge gekoppelt werden.
- Kritiker warnen vor politischem Risiko und höheren Energiepreisen.
Warum ist das wichtig?
- Mögliche Anhebung der Mehrwertsteuer könnte zur Senkung der Einkommensteuer führen.
- Diskussion über ermäßigte Mehrwertsteuersätze zur Entlastung von Geringverdienern.
- Bedenken wegen politischer Akzeptanz und steigender Energiepreise.
Wer ist betroffen?
- Sozialdemokraten
- Unionsvertreter
- Geringverdiener
Zahlen/Fakten?
- Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte von 19 auf 21 Prozent wird geprüft
- Eine einprozentige Anhebung würde Mehreinnahmen von gut 15 Milliarden Euro bringen, bei zwei Prozentpunkten 31 Milliarden Euro
- Ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent könnte auf vier Prozent oder sogar null Prozent für Lebensmittel gesenkt werden
Wie geht’s weiter?
- Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte wird geprüft.
- Diskussion über Senkung von Einkommensteuer oder Sozialbeiträgen im Gegenzug.
- Kritiker warnen vor politischer Untragbarkeit aufgrund steigender Energiepreise.
- Neue Regelungen zur Prozessbegleitung für Gewaltopfer geplant - 25. März 2026
- Fünf Festnahmen nach Razzia gegen Faksimile-Betrugsbande in Frankfurt - 25. März 2026
- GMK-Vorsitzender warnt vor historischen Krankenkassenbeiträgen - 25. März 2026
