Jusos dringen auf höheres Rentenniveau

21. November 2025
1 min Lesezeit

Jusos dringen auf höheres Rentenniveau

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Rentenpolitik und soziale Gerechtigkeit in Berlin

() – In die aktuelle Rentendiskussion klinken sich nun auch die Jusos ein und wollen beim Bundeskongress in einer Woche weitreichende Forderungen für ein höheres Rentenniveau bei 53 Prozent beschließen.

In einem Initiativantrag des Juso-Bundesvorstandes zum Sozialstaat, über den die „Rheinische Post“ in ihrer Freitagsausgabe berichtet, schreiben die Jusos um ihren Vorsitzenden Philipp Türmer: „Die durchschnittliche Rente liegt nur knapp 100 Euro oberhalb des Armutsniveaus. Wenn sichergestellt werden soll, dass auch junge Menschen später einmal von ihrer Rente leben können, ist klar: Das Rentenniveau darf auf keinen Fall sinken.“

Der Juso-Vorstand fordert in dem Antrag: „Wir wollen das Rentenniveau absichern und in Zukunft wieder auf ein Niveau von 53 Prozent anheben.“ Derzeit liegt es bei 48 Prozent. Zur Finanzierung will die SPD-Nachwuchsorganisation alle Berufsgruppen einbeziehen. „Nur wenn Menschen mit hohen Einkommen wie Menschen mit geringen und mittleren Einkommen Teil des gleichen Systems sind, kann auch innerhalb des Rentensystems effektiv umverteilt werden, sodass insbesondere kleine Renten gestärkt werden“, heißt es im Antrag.

„Deswegen müssen alle Berufsgruppen in die gesetzliche Rente einbezogen werden. Selbstständige, ebenso Abgeordnete und Beamte.“ Zudem solle die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze für Besserverdienende fallen. „Die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze führt zwar auch zu höheren Ansprüchen in der Zukunft, jedoch unterliegen Renten auch der Einkommensteuer. Über deren Progressivität werden exzessive Zahlungen beschränkt“, argumentieren die Jusos.

In dem Antrag fordern die Jusos ferner die Abschaffung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung zugunsten einer Bürgerversicherung bei gleichzeitiger Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. „Hierdurch sind Beitragssenkungen von bis zu 3,8 Prozentpunkten möglich“, schreiben die Jusos.

Zudem wollen die Jusos einen „Entlastungsreflex“ schaffen für Bezieher geringer und mittlerer Einkommen. Mit dem „Entlastungsreflex“ sollen „alle zusätzlichen Belastungen der Arbeitnehmer durch erhöhte Sozialversicherungsbeiträge spiegelbildlich durch entsprechende Senkungen der Einkommensteuer ausgeglichen werden“, heißt es im Antrag. „Für geringe Einkommen, die keine Einkommensteuer, aber Sozialbeiträge zahlen, sollen über den in der letzten Bundesregierung geschaffenen Direktauszahlungsmechanismus entsprechende Ausgleichszahlungen geleistet werden“, schreiben die Jusos. Besonders hohe Vermögen und Einkommen sollen dagegen stärker in die Pflicht genommen werden.

Und schließlich kritisieren die Jusos die von Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas geplante Bürgergeldreform als Schikane. „Unser Sozialstaatsverständnis setzt auf Kooperation statt auf Schikane“, heißt es im Papier. Mit Blick auf die geplanten Verschärfungen von Sanktionen heißt es im Antrag: „Das sozioökonomische und soziokulturelle Existenzminimum ist nicht sanktionierbar. Die Kürzungen von Sozialleistungen und insbesondere die Totalsanktionierung führt zu Wohnungslosigkeit und Verelendung.“ Der Initiativantrag des Juso-Vorstandes soll beim Bundeskongress in in einer Woche beschlossen werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Strand (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Jusos fordern bei Bundeskongress höhere Renten auf 53 Prozent und Sicherung des Rentenniveaus.
  • Antrag beinhaltet Einbeziehung aller Berufsgruppen in gesetzliche Rente und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze.
  • Kritik an geplanter Bürgergeldreform, die als Schikane wahrgenommen wird.

Warum ist das wichtig?

  • Sicherstellung eines höheren Rentenniveaus zur Armutsvermeidung für zukünftige Rentner
  • Einbeziehung aller Einkommensgruppen zur effektiven Umverteilung innerhalb des Rentensystems
  • Kritik an sozialpolitischen Maßnahmen, die das Existenzminimum gefährden

Wer ist betroffen?

  • Jusos
  • Junge Menschen
  • Bezieher geringer und mittlerer Einkommen

Zahlen/Fakten?

  • Rentenniveau soll auf 53 Prozent angehoben werden
  • Derzeit liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent
  • Durchschnittliche Rente liegt knapp 100 Euro über dem Armutsniveau

Wie geht’s weiter?

  • Beschlussfassung über Forderungen für ein höheres Rentenniveau beim Bundeskongress der Jusos
  • Diskussion über die Einbeziehung aller Berufsgruppen in die gesetzliche Rente
  • Kritik an der geplanten Bürgergeldreform und Forderung nach Veränderungen in der Sozialpolitik
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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