Hessen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Forschung zu Parkinson in Darmstadt und München
Darmstadt () – Forscher aus Darmstadt, Bonn und München haben erstmals die Funktionsweise eines Proteins entschlüsselt, das als Risikofaktor für die Parkinson-Krankheit gilt. Das teilte die Technische Universität Darmstadt am Freitag mit.
Das Protein TMEM175 spielt demnach eine zentrale Rolle im zellulären Recyclingsystem und wirkt wie ein Überflussventil, das den Säuregehalt in den Lysosomen reguliert.
In einer Kooperation zwischen der TU Darmstadt, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der LMU München und einem Münchner Unternehmen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass TMEM175 sowohl Kaliumionen als auch Protonen transportiert.
Die Stärke dieses Transports hängt vom pH-Wert im Inneren der Lysosomen ab. Computersimulationen aus Darmstadt zeigten, dass das Protein über einen eigenen pH-Sensor verfügt und so verhindert, dass die Zellkompartimente zu stark übersäuern.
Fehlfunktionen des Proteins, etwa durch Mutationen, führen zu einer gestörten pH-Regulation.
In der Folge werden Proteine nicht mehr effizient abgebaut, was langfristig zum Absterben von Nervenzellen beitragen kann – ein zentraler Prozess bei Parkinson. Die Studie, die im Journal ‚Proceedings of the National Academy of Sciences‘ veröffentlicht wurde, identifiziert TMEM175 als vielversprechenden Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente.
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