Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Forschung zu Tropenkrankheiten in Bochum
Bochum () – Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben eine entscheidende Schwachstelle in den Erregern mehrerer Tropenkrankheiten identifiziert. Wie die Hochschule mitteilte, handelt es sich um das Protein PEX38, das für den Aufbau der Energieversorgungs-Organellen der Parasiten unersetzlich ist.
Da Menschen dieses Protein nicht besitzen, biete es einen hochpräzisen Angriffspunkt für neue Medikamente gegen die Afrikanische Schlafkrankheit, die Chagas-Krankheit und die Leishmaniose.
Die Erreger, sogenannte Trypanosomen, gewinnen ihre Energie in speziellen Organellen, den Glykosomen. Das neu entdeckte Protein PEX38 fungiert als Adapter, der für den korrekten Einbau von Membranproteinen in diese Glykosomen notwendig ist.
Ohne PEX38 sei der Aufbau der Organellen unmöglich und die Parasiten würden absterben, erklärte der Biochemiker Ralf Erdmann.
Die Entdeckung ist laut den Wissenschaftlern ein bedeutender Meilenstein, da PEX38 das erste Protein seiner Art ist, das seit über 35 Jahren außerhalb von Hefe und Säugetieren gefunden wurde. Es handle sich zudem um ein Beispiel für evolutionäre Umfunktionierung.
Das therapeutische Potenzial sei groß, da eine gezielte Blockade von PEX38 den Erreger eliminieren könnte, ohne menschliche Zellen zu schädigen. Die Studie wurde im Fachjournal ‚PNAS‘ veröffentlicht.
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