Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Nürnberg: Deutsche Verbraucherstimmung im Minus
Nürnberg () – Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im aktuellen Monat wieder geringfügig verschlechtert. Der entsprechende Index sank um 0,3 Punkte, teilten die GfK und das Institut NIM am Freitagmorgen mit.
Der leichte Rückgang sei vor allem auf niedrigere Einkommenserwartungen sowie eine höhere Sparneigung zurückzuführen. Die Anschaffungsneigung wie auch die Konjunkturerwartungen entwickelten sich im Vergleich dazu etwas positiver.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich in den letzten Monaten stetig etwas aufgehellt hatten, geben nun wieder leicht nach. Der entsprechende Indikator sank um 2,3 Punkte auf ein Niveau von -14,5. Insgesamt schätzen die Menschen ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten eher pessimistisch ein, so ein Ergebnis der aktuellen Erhebung.
Der zu Jahresbeginn beobachtete Rückgang der Sparneigung setzte sich im Juli dagegen nicht weiter fort. Der Indikator stieg um 3,1 Zähler und liegt nun bei 17 Punkten. Im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert sehr hoch: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Sparneigung bei etwa -24 Punkten. Dies zeige, dass die Menschen es angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, heißt es von den Analysten.
Die Anschaffungsneigung stieg im Juli moderat um 3,5 Zähler auf -9,9 Punkte. Zwar werde der Zeitpunkt für größere Anschaffungen von den Verbrauchern aktuell wieder etwas günstiger eingeschätzt als im Vormonat, jedoch verbleibe der Indikator insgesamt auf einem niedrigen Niveau, so GfK und das Institut NIM. Dies deute darauf hin, dass die Konsumbereitschaft weiterhin durch bestehende Unsicherheiten gedämpft werde.
„Die Verbraucherstimmung bleibt weitestgehend unverändert“, erklärte Rolf Bürkl vom NIM. „Die Anschaffungsneigung verzeichnet zwar einen moderaten Anstieg, bleibt aber nach wie vor sehr verhalten. Die Einkommensaussichten verzeichnen wieder einen leichten Rückgang und die Sparneigung zieht wieder moderat an. Die anhaltende Verunsicherung führt dazu, dass viele Haushalte beim Konsum nach wie vor zurückhaltend bleiben“.
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbesserten sich diesen Monat zum dritten Mal in Folge. Der Indikator steigt um weitere 2,4 Zähler auf -6,3 Punkte. Der Pessimismus geht demnach weiter zurück. Dennoch rechnet die Mehrheit der Verbraucher mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten.
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar gestiegen, was sich in den Preiserwartungen der Verbraucher widerspiegelt. Der entsprechende Indikator legt leicht um 0,8 Zähler auf -2,1 Punkte zu und signalisiere, dass die Inflationssorgen zuletzt wieder etwas zugenommen haben, so die Analysten.
Bezogen auf das gesamte sogenannte „Konsumklima“, das alle Einzelwerte zusammenfasst, wurde der Vormonatswert auf -29,3 Punkte revidiert. Der aktuellste Werte, den die beteiligten Institute traditionell dem kommenden Monat, also August, zuordnen, wird auf -29,6 Punkte taxiert.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im aktuellen Monat leicht verschlechtert, der Index sank um 0,3 Punkte
- Niedriger Einkommenserwartungen und höhere Sparneigung belasteten die Stimmung, während Anschaffungs- und Konjunkturerwartungen sich etwas positiver entwickelten
- Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich zum dritten Mal in Folge, zugleich stiegen die Preiserwartungen wegen der höheren Spritpreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni
Warum ist das wichtig?
- Die leicht verschlechterte Verbraucherstimmung deutet auf gedämpften Konsum hin, weil Einkommenserwartungen sinken und Verbraucher vorsichtiger sparen
- Die Verbesserung der Konjunkturerwartungen und die nur moderate steigende Anschaffungsneigung zeigen zugleich eine vorsichtige Entspannung, aber auf niedrigem Konsumniveau
- Gestiegene Inflations- und Preissorgen nach dem Auslaufen des Tankrabatts beeinflussen die Kauf- und Sparentscheidungen der Haushalte
Wer ist betroffen?
- Verbraucher in Deutschland als Haushalte mit Einkommens-, Spar- und Konsumerwartungen
- Haushalte mit zurückhaltender Konsumbereitschaft wegen bestehender Unsicherheiten
- Verbraucher mit möglichen höheren Inflationssorgen wegen gestiegener Preise an den Zapfsäulen
Zahlen/Fakten?
- Index der Verbraucherstimmung sank um 0,3 Punkte
- Einkommenserwartungen: Indikator sank um 2,3 Punkte auf -14,5; Sparneigung stieg um 3,1 Zähler auf 17
- Anschaffungsneigung stieg um 3,5 Zähler auf -9,9; Konjunkturerwartungen stiegen um 2,4 Zähler auf -6,3; Konsumklima: Vormonat -29,3 Punkte revidiert, August -29,6 Punkte prognostiziert
Wie geht’s weiter?
- Die Verbraucherstimmung verschlechtert sich weiter leicht, vor allem wegen nachlassenden Einkommenserwartungen und höherer Sparneigung
- Die Anschaffungsneigung steigt nur moderat, bleibt aber insgesamt niedrig und Konsum bleibt wegen Unsicherheit gedämpft
- Konjunkturerwartungen verbessern sich zwar wieder, doch die Mehrheit rechnet trotzdem mit einer weiteren Verschlechterung; Inflationssorgen nehmen erneut zu
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